Antwortschreiben verärgert Abgeordnete
Ausschuss Klaus Weisbrich von der Landesnahverkehrsgesellschaft lehnt persönliches Erscheinen ab
von Torsten Wewer
Brake - Ein Antwortschreiben der Landesnahverkehrsgesellschaft (LNVG) aus Hannover sorgte für spürbare Verärgerung bei den Kreistagsabgeordneten in der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus am Donnerstag. „Borniert“ nannte Ausschussvorsitzender Manfred Wolf (FDP) den Brief, und Bärbel Bargmann (CDU) pflichtete ihm bei: „Die sitzen auf einem ziemlich hohen Ross“.
Auf Antrag der Kreistagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen war ein LNVG-Vertreter zu der Sitzung im Kreishaus eingeladen worden, um zu erklären, warum es künftig in den Zügen der Nordwestbahn keine Fahrkartenentwerter und keine Erste Klasse geben wird. Außerdem sollte darüber gesprochen werden, dass zwar die eingesetzten Züge behindertengerecht ausgebaut sind, mobilitätseingeschränkte Personen aber aufgrund der baulichen Unzulänglichkeiten auf den meisten Bahnhöfen an der Strecke Nordenham-Bremen das neue ÖPNV-Angebot ab Dezember kaum nutzen können.
„Nach wie vor sehen wir uns nicht in der Lage, mit kommunalen Gremien Einzelthemen vor Ort zu erörtern“, begründete Klaus Weisbrich von der LNVG, warum er die Einladung nicht annehmen wolle. Stattdessen verwies er auf „schriftliche Stellungnahmen, um Entwicklungslinien, Beweggründe und Positionen darzulegen“. Darüber hinaus biete die LNVG „gern an, jegliche Fragestellung in unseren Geschäftsräumen gemeinsam näher zu erörtern“, so Weisbrich weiter.
Dieses Schreiben sei „unverschämt“, befand Karin Dialer-Strackerjan (Grüne), die den Antrag auf Einladung eines LNVG-Vertreters gestellt hatte. Der Erste Kreisrat Hans Kemmeries sagte daraufhin zu, eine entsprechend deutlich formulierte Antwort im Namen aller Kreistagsfraktionen nach Hannover zu schicken und darin zugleich erneut aufzufordern, dass ein LNVG-Vertreter dem Kreistag doch noch Rede und Antwort steht.
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