Dunkle Wolken über dem Fluss
Weservertiefung Grüne äußern Bedenken geben Ausbau – Klage möglich
von Torsten Wewer
Brake - Noch bis Ende März haben die Landesregierungen von Hamburg und Bremen Zeit, zu der geplanten Außen- und Unterweservertiefung Stellung zu nehmen. Die Grünen aus der betroffenen Region hoffen allerdings, dass beide Regierungen dem vorgelegten vorläufigen Planfeststellungsbeschluss nicht zustimmen werden. Sie halten die Weservertiefung ebenso wie die geplante Elbvertiefung für ökologisch und ökonomisch unsinnig, erklärte die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Scheeßel), Sprecherin für Häfen und Schifffahrt ihrer Fraktion, nach einer Regionalversammlung von rund 40 Vertretern aus sieben Grünen-Kreisverbänden am Freitag im Landhaus am Stadion in Brake (die NWZ berichtete).
Die Länder Niedersachsen und Bremen würden bereits gemeinsame Sache beim Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven machen. Wenn dieser Hafen wie geplant der zentrale Anlaufhafen für Schiffe mit großem Tiefgang werden soll, dann sei eine Vertiefung von Weser oder Elbe zur Stärkung der Häfen Bremen und Bremerhaven sowie Hamburg „infrastrukturell unsinnig“, sagte Twesten. „Damit werden nur unnötig Steuergelder verschwendet, weil für die gleichen Ziele zweimal Geld ausgegeben wird.“ Twesten forderte stattdessen ein nationales, am besten europäisches Hafenkonzept mit Kooperationen anstelle von Konkurrenzen der (Nord-)Deutschen Seehäfen.
Die Flussvertiefungen würden nur wenigen privaten Unternehmen zu gute kommen, deshalb seien die immensen finanziellen Aufwendungen dafür nicht gerechtfertigt, unterstrich Peter Sokolowski (Wilhelmshaven) von der Landesarbeitsgemeinschaft Häfen und Schifffahrt. Die Betriebe seien auch nicht ernsthaft gefährdet, wenn die Vertiefungen unterblieben, sagte Sokolowski. Die Grünen rechnen, dass die Flussvertiefungen mit den Folgekosten – wie jährliche Unterhaltungsbaggerungen – etwa genauso teurer werden wie der mit rund 1 Milliarde Euro veranschlagte Jade-Weser-Port (mit allen Ausbaustufen).
Elmar Hüttenmeister aus Butjadingen zeigte die ökologischen Folgen der geplanten Weservertiefung auf. „Das Land wird sich verändern, Butjadingen alles verlieren: den Tourismus,die Fischerei und die Landwirtschaft“, verwies er auf die befürchtete Verschlickung des Fedderwarder Priel und die Versalzung der Flächen und Gräben. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) begrüßte daher die Ankündigung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund), gegen die Weservertiefung juristisch vorzugehen. „Wir werden diese Klage unterstützen“, betonte Korter.
Eine solche Klage sei aber erst möglich, wenn der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig ist, erläuterte Hans-Otto Meyer-Ott vom Grünen-Kreisverband Wesermarsch.
NWZ-Spezial: Informationen, Bilder und Videos zum Jade-Weser-Port, dem Jadeport, Jadebay und dem JadeWeserPark.
- Wenn Rat und Veraltung der Stadt Brake geglaubt hatten, bei der Genehmigung des Haushalts 2012 mit einem blauen Auge davon zu kommen, sind sie seit der Sitzung des Kreisausschusses eines Besseren belehrt.mehr
- Die Raiffeisenbank Wesermarsch-Süd hat jetzt bei ihrer Vertreterversammlung Wilfried Albers aus dem Aufsichtsrat verabschiedet. Er war 21 Jahre lang in diesem Gremium tätig, hatte jetzt aber die Altersgrenze erreicht und musste daher ausscheiden.mehr
- Wichtige Informationen für Braker Eltern: Schülerinnen und Schüler, die im Schuljahr 2012/13 die 5. Klasse des Gymnasiums Brake besuchen wollen, können an folgenden Tagen im Sekretariat, Philosophenweg 3, angemeldet werden: Freitag, 15.mehr
- Der BrakeVerein bietet am Mittwoch, 30. Mai, eine geführte Bustour an. Die gut dreistündige Tour beginnt um 14 Uhr an der Kaje. Von dort aus geht es zunächst in das historische Burgdorf Ovelgönne und weiter über Jade durch das Naturschutzgebiet und die Torfabbaugebiete nach Moorriem.mehr
- Die Stadt Brake teilt mit, dass am Sonnabend, 2. Juni, auf dem städtischen Bauhof, Middeweg 1, wieder Fundsachen zum Kauf angeboten, die mindestens sechs Monate verwahrt wurden. Zu haben sein werden 46 Damenfahrräder, 16 Herrenfahrräder, neun Kinderfahrräder, fünf Mountainbikes, ein Kinderwagen, ein Motorroller, Armbanduhren und Ringe sowie Taschen und Rucksäcke.mehr



