BRAKE, 17. Januar 2011


Dunkle Wolken über dem Fluss

Weservertiefung Grüne äußern Bedenken geben Ausbau – Klage möglich


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Malerischer Blick von der Schleuse am Binnenhafen auf die Weser. Doch w BILD: Rolf Hering  Bild vergrößern

Schwerwiegende Folgen werde es geben. Das befürchten die Grünen.

von Torsten Wewer

Brake - Noch bis Ende März haben die Landesregierungen von Hamburg und Bremen Zeit, zu der geplanten Außen- und Unterweservertiefung Stellung zu nehmen. Die Grünen aus der betroffenen Region hoffen allerdings, dass beide Regierungen dem vorgelegten vorläufigen Planfeststellungsbeschluss nicht zustimmen werden. Sie halten die Weservertiefung ebenso wie die geplante Elbvertiefung für ökologisch und ökonomisch unsinnig, erklärte die Grünen-Landtagsabgeordnete Elke Twesten (Scheeßel), Sprecherin für Häfen und Schifffahrt ihrer Fraktion, nach einer Regionalversammlung von rund 40 Vertretern aus sieben Grünen-Kreisverbänden am Freitag im Landhaus am Stadion in Brake (die NWZ  berichtete).

Die Länder Niedersachsen und Bremen würden bereits gemeinsame Sache beim Bau des Jade-Weser-Ports in Wilhelmshaven machen. Wenn dieser Hafen wie geplant der zentrale Anlaufhafen für Schiffe mit großem Tiefgang werden soll, dann sei eine Vertiefung von Weser oder Elbe zur Stärkung der Häfen Bremen und Bremerhaven sowie Hamburg „infrastrukturell unsinnig“, sagte Twesten. „Damit werden nur unnötig Steuergelder verschwendet, weil für die gleichen Ziele zweimal Geld ausgegeben wird.“ Twesten forderte stattdessen ein nationales, am besten europäisches Hafenkonzept mit Kooperationen anstelle von Konkurrenzen der (Nord-)Deutschen Seehäfen.

Die Flussvertiefungen würden nur wenigen privaten Unternehmen zu gute kommen, deshalb seien die immensen finanziellen Aufwendungen dafür nicht gerechtfertigt, unterstrich Peter Sokolowski (Wilhelmshaven) von der Landesarbeitsgemeinschaft Häfen und Schifffahrt. Die Betriebe seien auch nicht ernsthaft gefährdet, wenn die Vertiefungen unterblieben, sagte Sokolowski. Die Grünen rechnen, dass die Flussvertiefungen mit den Folgekosten – wie jährliche Unterhaltungsbaggerungen – etwa genauso teurer werden wie der mit rund 1 Milliarde Euro veranschlagte Jade-Weser-Port (mit allen Ausbaustufen).

Elmar Hüttenmeister aus Butjadingen zeigte die ökologischen Folgen der geplanten Weservertiefung auf. „Das Land wird sich verändern, Butjadingen alles verlieren: den Tourismus,die Fischerei und die Landwirtschaft“, verwies er auf die befürchtete Verschlickung des Fedderwarder Priel und die Versalzung der Flächen und Gräben. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Ina Korter (Nordenham) begrüßte daher die Ankündigung des Bundes für Umwelt und Naturschutz Deutschland (Bund), gegen die Weservertiefung juristisch vorzugehen. „Wir werden diese Klage unterstützen“, betonte Korter.

Eine solche Klage sei aber erst möglich, wenn der Planfeststellungsbeschluss rechtskräftig ist, erläuterte Hans-Otto Meyer-Ott vom Grünen-Kreisverband Wesermarsch.

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