„Gute Fee“ mag positiven Stress
Engagement Margarete Schulz ist für Kunstschule und Niederdeutsche Bühne tätig
von Martin Thaler
Brake - „Was machst du eigentlich nicht?“ Diese Frage hat Margarete Schulz schon oft zu hören bekommen. „Plätzchen backen und häkeln“, lautet dann stets ihre Antwort. Ansonsten ist die 69-Jährige nahezu überall zu finden, wo es im Braker Kunst- und Kulturleben etwas zu tun gibt.
Allerdings nur selten im Rampenlicht. Margarete Schulz sorgt vielmehr als „gute Fee“im Hintergrund dafür, dass alles funktioniert. Beispielsweise in der Kunstschule im Packhaus, in der sich Margarete Schulz seit zehn Jahren um die Verwaltung kümmert. An- und Abmeldungen gehen seitdem über ihren Schreibtisch. Für Margarete Schulz, die lange als Sekretärin bei der AEG in Braunschweig sowie der Braker Stadtverwaltung tätig war, eine vertraute Aufgabe. Zudem eine, die ihr Spaß macht.
„Für mich ist das positiver Stress“, erklärt die gebürtige Braunschweigerin. „Meine Beschäftigungen ergeben sich bei mir einfach aus meinen Interessen.“ Auch an Kunst ist Margarete Schulz folglich interessiert. „Ich habe damals die Werkkunstschule in Braunschweig besucht und dabei natürlich auch selber gezeichnet“, erklärt Schulz. Zahlreiche Zeugnisse ihres künstlerischen Schaffens sind immer noch in ihrer Wohnung zu bewundern. Auch bei den Braker Freizeitkünstlern war sie eine Zeit lang aktiv.
Neben ihrer ehrenamtlichen Tätigkeit an der Kunsthochschule ist Margarete Schulz zudem noch an der Niederdeutschen Bühne anzutreffen, wo sie seit nun bereits 25 Jahren tätig ist. Auch hier kann sie die Fähigkeiten und Kenntnisse aus ihrem Beruf miteinbringen. „Ich beherrsche Steno“, verrät die 69-Jährige. Und lacht: „Damit gehöre ich wohl zu einer aussterbenden Gattung.“ Für Margarete Schulz ist es jedoch eine Fähigkeit, die nicht nur beim Diktat, sondern auch am Theater – bei der Regieassistenz – von großem Wert ist. „Ich kann die Anweisungen des Regisseurs immer schnell zu Papier bringen“, erklärt Margarete Schulz.
Darüber hinaus umfasst ihr Tätigkeitsfeld noch weitere Aufgaben: „Zu Beginn war ich auch für die Beschaffung von Requisiten und Kostümen zuständig. Ich achte zudem darauf, dass alles akustisch gut verständlich ist. Darum gehe ich gerne in der Pause zu den Leuten ins Foyer und frage nach und korrigiere das dann gegebenenfalls.“
Nur einmal war die gebürtige Brauschweigerin auch vor dem Vorhang zu sehen: als Hochdeutsch sprechende Ärztin. Auch wenn dieses Bühnenerlebnis für Margarete Schulz eine interessante Erfahrung war, ist sie sich sicher: „Mir reicht meine Assistenten-Tätigkeit. Wer hat in meinem Alter denn noch so eine interessante Aufgabe?“
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