Jeder Sonntag ein bleibender Eindruck
Stadtkirche Hildburg Schmeyers ist als Küsterin für die Vorbereitung der Gottesdienste verantwortlich
von Martin Thaler
Brake - Schon seit jeher gilt: Der Küster repräsentiert die Kirche nach außen, er ist für das äußere Erscheinungsbild verantwortlich. Seine Arbeit ist es, die das Gelingen des Gottesdienstes gewährleistet, dessen Arbeit sich zwar meist im Hintergrund abspielt, dennoch bei den Besuchern einen bleibenden Eindruck hinterlässt. Aus diesem Grunde ist es für Hildburg Schmeyers, Küsterin der Stadtkirche Brake, wichtig, möglichst jeden Besucher schon am Eingang zu begrüßen. „Sobald man die Kirche betritt, soll man sich wohlfühlen“, erklärt die Küsterin.
Seit 2006 ist Hildburg Schmeyers nun unter anderem für das Läuten der Kirchenglocken zuständig. „Das funktioniert mittlerweile allerdings elektrisch“, sagt Schmeyers. An einem Seil müsse sich hier keiner mehr abmühen, um die Glocken zum Läuten zu bringen.
Auch sonst hat sich das Amt des Kirchendieners über die Jahrzehnte gewandelt. „Früher war der Küster in manchen Regionen zum Beispiel auch für das Ausheben von Gräbern auf dem Friedhof zuständig“, sagt Schmeyers. Und fügt mit einer Spur der Erleichterung hinzu: „Mein Dienst bleibt allerdings auf die Vorbereitung und Durchführung der Gottesdienste beschränkt.“ Doch auch so bleibt eine Menge Arbeit zu erledigen. Arbeit, die früh morgens mit dem Aufschließen der Kirche beginnt. Danach wird der Kirchensaal vorbereitet. Der Altar wird geschmückt, die Kerzen bereitgestellt und entzündet, die Paramente gemäß der entsprechenden liturgischen Farbe aufgehängt. Zehn Minuten vor Beginn des Gottesdienstes werden dann die Glocken geläutet. Alles nach einem festen Ablauf.
„Ich habe zu Beginn mehr auf meine Checkliste geschaut, als den Gottesdienst zu verfolgen“, erinnert sich die Küsterin. Eine spezielle Schulung für ihre neue Aufgabe hatte sie nicht erhalten. „Ich bekam nach meinem Vorstellungsgespräch einen Anruf mit der Frage: Können sie am Sonntag küstern? Da bin ich dann ins kalte Wasser geworfen worden,“ sagt Schmeyers.
Mittlerweile ist Schmeyers mehr als glücklich mit ihrer neuen Aufgabe. „Bei meinen vorherigen Jobs hatte ich immer viel mit Zahlen zu tun, es fehlte aber an menschlichen Kontakten. Das ist hier ganz anders“, erklärt sie. Sie fühlt sich in der Kirche einfach wohl.
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