Brake: Verletztes Mädchen von Krankenhaus abgewiesen
Bernhard-Hospital Penner: Kapazitäten der Klinik waren erschöpft
Sichtbare Spuren hat der Unfall bei Maxi Büscher (4) hinterlassen. Im Braker Klinikum wurde sie dennoch abgewiesen, da zu der Zeit kein Arzt zur Verfügung stand. BILD: Martin Thaler 
von Martin Thaler
Brake - Bei medizinischen Notfällen erwartet jeder schnellstmögliche Hilfe. Nicht anders erging es Familie Büscher aus Rodenkirchen, als sie jetzt mit ihrer verletzten vierjährigen Tochter Maxi das Braker St.-Bernhard-Hospital aufsuchte. Doch sie hoffte hier vergeblich auf Hilfe.
Bei einem Besuch der Großeltern war das kleine Mädchen im Badezimmer gestürzt. Die Folgen: Der Brillenbügel des Mädchens hatte sich in den Nasenrücken gebohrt und eine blutende Platzwunde hinterlassen, Elle und Speiche waren gebrochen. Zudem befürchteten die Eltern eine Gehirnerschütterung. „Es hatte ja keiner von uns den Unfall gesehen. Wir hatten befürchtet, dass sie auf den Kopf gefallen war. Während der Fahrt ins Krankenhaus ist sie trotz der Schmerzen sehr schläfrig gewesen und immer wieder kurz eingenickt“, berichtet Maxis Vater Oliver Büscher.
Voller Sorge sei man in die Braker Klinik gefahren. Doch anstatt ärztliche Hilfe zu bekommen, seien sie an die Kinderklinik im 30 Kilometer entfernten Oldenburg verwiesen worden, so der Vater. „Es stünde momentan kein Arzt zur Verfügung“, sei ihnen als Grund für die Abweisung mitgeteilt worden, erzählt Oliver Büscher. Nicht einmal medizinische Erstversorgung sei geleistet worden, so dass erst ein gegenüber der Klinik ansässiger Kinderarzt die Platzwunde des Mädchens notdürftig behandelt habe.
„Wir mussten schließlich mit unserer Tochter ins Krankenhaus nach Bremerhaven fahren“, erinnert sich Oliver Büscher mit einer Mischung aus Ärger und Enttäuschung. „Hier haben wir dann gesehen, wie es auch laufen kann. Wir sind sofort drangekommen, man hat uns sogar vorgelassen.“ Dennoch: „Drei Stunden hat es gedauert, bis Maxi letztlich behandelt werden konnte. Eine lange Zeit, in der wir voller Sorge waren“, erklärt Büscher.
Ingo Penner, Kaufmännischer Direktor der Braker Klinik, äußerte sich auf Nachfrage der NWZ zu dem Vorfall: „Die Klinik hatte zu diesem Zeitpunkt nur Bereitschaftsdienst, man arbeitete folglich mit reduziertem Personal.“ Wenn dann das entsprechende Personal (Orthopäde, Operateur) – wie in diesem Fall – noch für eine Not-OP gebraucht wird, seien einfach keine Kapazitäten für andere Fälle übrig und die Patienten würden gebeten, es in einem anderen Krankenhaus zu versuchen.
Ein generelles Problem hinsichtlich der Versorgung in Bereitschaftszeiten kann Ingo Penner hingegen nicht feststellen. „Es sind wirklich nur Ausnahmen, in denen es problematisch werden kann“, versichert er.
Bei besonderen Situationen wie beispielsweise Glatteis werde das Personal des Bereitschaftsdienstes verdoppelt. „Familie Büscher hatte leider das Pech, zu einer Zeit zu kommen, in der die Klinik ausgelastet war. Eine knappe Stunde später – und alles wäre kein Problem mehr gewesen“, erklärt Ingo Penner.
Auch wenn die Abweisung von Familie Büscher eine Ausnahme gewesen sein mag, für Oliver Büscher steht fest: „Die Braker Klinik sieht mich nicht wieder.“
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