Von Mokkalöffeln und Walfängern
Schiffahrtsmuseum Übersicht der Veranstaltungen bis zum Sommer – Neuer Mitarbeiter fürs Marketing
Freut sich über die Schülerarbeiten, die anlässlich der aktuellen Sonderausstellung entstanden sind: Christian Gosse, der seit Februar über ein Regialog-Projekt im Schiffahrtsmuseum tätig ist. BILD: Torsten Wewer 
von Torsten Wewer
Brake - Christian Gosse (34) hat sich eine anspruchsvolle Aufgabe vorgenommen: Der Geisteswissenschaftler will das Schiffahrtsmuseum Unterweser ins 21. Jahrhundert führen – in der Vermarktung sowie der Erschließung neuer Besuchergruppen.
Gosse setzt damit das Regialog-Projekt fort, das im vergangenen Jahr in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Wesermarsch im Museum gestartet wurde. Der gebürtige Ostfriese, er stammt aus Norden, hat als ersten Schritt eine Präsentation des Museums im sozialen Netzwerk „Facebook“ im Internet erarbeitet. „Damit wollen wir Interessenten von weiter weg einen ersten Einblick geben“, erklärt Gosse. Aber die Internetpräsentation sei auch als Informationsmöglichkeit für Freunde, Förderer und Mitglieder gedacht. So werden beispielsweise alle aktuellen Veranstaltungen auf „Facebook“ angekündigt.
Dazu gehört die Finissage der Ausstellung „Watt, Land, Fluss“ am Sonntag, 26. Februar. Die Künstlerin Ursel Koop wird noch einmal von 15 bis 17 Uhr durch ihre Präsentation führen und ihre Arbeitstechnik erläutern. Koop verarbeitet, wie berichtet, in ihren Bildern alte Seekarten.
Danach werden die Sonderausstellungsräume mit Exponaten des Bremer Grafikers Willi Haunschild bestückt. Die Ausstellung mit dem Titel „Mokkalöffel trifft Ozeanriesen“ wird am Sonntag, 18. März, um 11.30 Uhr eröffnet und ist dann bis einschließlich 24. Juni zu sehen.
Haunschild hat vor allem in den 50er und 60er Jahren viel in Bremen und in der Wesermarsch gearbeitet. Beispielsweise hat er über viele Jahre die Plakate für den Bremer Freimarkt gestaltet, aber auch Kataloge und Bücher illustriert und für die J. Müller Gruppe in Brake eine Firmenschrift erarbeitet. „Das wird ein interessanter Blick zurück auf die Region in der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderzeit“, erklärt Museumsleiterin Dr. Christine Keitsch.
Im Juli schließt sich dann eine Ausstellung mit Schiffsbildern von Holger Koppelmann an. Zuvor gibt es in den Osterferien am Mittwoch, 11. April, wieder das museumspädagogische Angebot „Buddelschiffbau“ für Kinder ab neun Jahren.
Professor Gotthold Richter, ehrenamtlicher Mitarbeiter des Museums, wird am Donnerstag, 19. April, ab 19 Uhr über den industriellen Walfang Anfang der 50er Jahre sprechen und eigene Aufnahmen aus dieser Zeit präsentieren. Richter ist 1951/52 auf dem Boot 4 der Onassis-Walfangflotte selbst mitgefahren.
Eine plattdeutsche Lesung mit Udo Knirr aus Brake ist am Donnerstag, 24. Mai, geplant. Unter dem Titel „Kattenschiet und Oldenburger Anekdoten“ wird Knirr aus Werken von Gerd Spiekermann und Heinrich Diers lesen. Beginn ist um 19 Uhr.
Dr. Rolf Stratmann aus Bremerhaven stellt am Donnerstag, 5. Juli, 19 Uhr, sein Buch über die schicksalhafte Geschichte des Passagierliners „Johan Heinrich Burchard“ vor. Karten für die Vorträge und die Lesung sind bereits erhältlich.
Das Museum nimmt in Form von Führungen in allen drei Häusern am Internationalen Museumstag am Sonntag, 20. Mai, teil. Außerdem gibt es am Sonnabend, 16. Juni, von 11 bis 16 Uhr einen maritimen Bücher-Flohmarkt. Der Erlös wird für eine Bildrestaurierung verwendet.
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