BURHAVE, 1. Oktober 2010


Salz aus Hessen gefährdet Butjenter Kühe

Umwelt Gemeinde Butjadingen erhebt Bedenken gegen die geplante Salzeinleitung in die Werra


Ob die Einwände aus Butjadingen in Hessen zur Kenntnis genommen werden, ist fraglich. Die Gemeinde will es dennoch versuchen.

von Jochen Eilers

Burhave - Nur ein Wort macht Jan Dunkhase aus Sillens derzeit so richtig wütend: Versalzung. Der Vorsteher des Butjadinger Entwässerungsverbandes kämpft schon seit Jahren gegen die Weservertiefung und damit gegen die drohende Versalzung von Sieltiefen und Gräben in der nördlichen Wesermarsch. Die könnte sogar weiter zunehmen, wenn Pläne im hessischen Neuhof realisiert werden. Dagegen erhebt jetzt auch die Gemeinde Butjadingen erhebliche Bedenken.

Es geht es um die geplante Einleitung von Salzlauge in die Werra, die im Produktionsprozess der Kali + Salz GmbH (K+S) in Neuhof entsteht. Darüber informierte Jan Dunkhause am Dienstagabend im Burhaver Rathaus die Mitglieder des Gemeinderatsausschusses für Planung und Umwelt und nahm dabei kein Blatt vor den Mund.


Butjadingen nicht beteiligt
In einem Planfeststellungsverfahren wird derzeit geprüft, ob flüssige und verflüssigten Abfälle durch eine Rohrleitung in die Werra, die durch die Vereinigung mit der Fulda die Weser bildet, gepumpt werden dürfen. Die Auswirkungen einer weiter zunehmenden Versalzung der Weser würde auch die Gemeinde Butjadingen treffen, die jedoch nicht an dem Verfahren beteiligt ist.

Nur Anrainer der Werra und der Weser können Bedenken in dem Verfahren erheben. „Inwieweit die Genehmigungsbehörde in Hessen eine Einwendung von uns überhaupt zur Kenntnis nehmen wird, wissen wir nicht. Aber angesichts des jetzigen Salzgehalts müssen wir es einfach versuchen“, machte Meinert Cornelius, Amtsleiter Bau und Bürgerdienste, deutlich. Selber hat die Verwaltung die Unterlagen des Verfahrens auch nie bekommen. Man habe sich von den Nachbarn in Nordenham bekommen, sagte Cornelius.

Dass Butjadingen von einer Salzlaugen-Einleitung in die Werra und somit in die Weser geschädigt werden würde, machte Jan Dunkhase unmissverständlich deutlich. Das sah auch der Planungs- und Umweltausschuss so und stellte sich mit einer einstimmigen Stellungnahme hinter der Stadt Nordenham. Die hat als an dem Planfeststellungsverfahren beteiligte Kommune in ihrer Stellungnahme erhebliche Bedenken gegen die Pläne der K + S Kali GmbH angemeldet.


Nicht mehr hinnehmbar
Für Jan Dunkhase ist die Summe der Salzeinleitungen das Problem. Es komme eines zum anderen: die Weservertiefungen, der niedrige Wasserspiegel der Weser durch Hitze und wenig Niederschlag im Sommer und dann auch noch die K + S-Einleitung. „Schon jetzt sind wir an einem Punkt angekommen, an dem die Versalzung in Sielen und Gräben nicht mehr hinnehmbar ist. Schon jetzt gibt es Probleme mit Tieren auf Butjenter Weiden. Künftig wird es durch den hohen Salzgehalt Schäden an den Tieren geben“, prognostizierte der Verbandsvorsteher.

Neben dem Nutzvieh schade der höhere Salzgehalt auch den anderen Tieren und Pflanzen in Butjadingen und im Wattenmeer. Deshalb müsse gegen eine Salzlaugeneinleitung gekämpft werden. Der Entwässerungsverband selber, so Dunkhase, werde mit allen Möglichkeiten und in allen Instanzen versuchen, das Projekt zu torpedieren.

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Unverständlich ist für den Verbandschef auch, dass in den 17 Aktenordnern zu dem Verfahren nicht eine konkrete Zahl stehe. Es stehe lediglich der lapidare Satz „mit zusätzlichen Umwelteinwirkungen ist nicht zu rechnen“. Und dann gebe es zwar ein Umweltgutachten. Doch die Schmutzigkeit sei, dass es nur die Situation bis Bremen bewerte. „Ich hab im Erdkundeunterricht gelernt, dass die Weser bis Bremerhaven in die Nordsee mündet“, sagte Dunkhase, der generell die Zahlen anzweifelt, die in diesem Gutachten stehen.






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