Miss Piggy avanciert zur Starsängerin
Karneval Eckwarder Prunksitzungen verbreiten Frohsinn und Heiterkeit – Publikum begeistert
Miss Piggy (Alie Siefken) und ihr Koch (Christoph Thien) sorgten für das Salz in der Suppe beim Eckwarder Karneval. 
von Rolf Bultmann
Eckwarden - Die Bildung in Butjadingen treibt seltsame Blüten: „In der Grundschule in Stollhamm sei pro Kind eine Klasse Programm“, stellte Corinna Evers fest. Nicht nur Händler Schlemihl aus der Sesamstraße sorgte bei den beiden Prunksitzungen des Eckwarder Karnevals am Freitag und am Sonnabend im jeweils ausverkauften Saal des Eckwarder Hof mit Lokalspitzen für das Salz in der Suppe.
Mit einer bunten Mischung aus Büttenreden und Tanzdarbietungen präsentierten rund 70 Akteure der Dorfgemeinschaft Eckwarden gut drei Stunden Frohsinn und Heiterkeit. Auch wenn sie damit nicht immer der „Mupped Show“, dem Motto der diesjährigen Prunksitzungen, gerecht wurden, so war die Begeisterung im Publikum doch riesig.
Wer sind wohl die Irren?
Als „Irre ohne Parkbank“, dafür aber mit einem Paddelboot stiegen erneut Thomas Büsing und Sohn Lukas in die Bütt. Mit einer Mischung aus Versen von Heinz Erhard, Sketchen, Ausflügen in die große und kleine Politik sowie sketchartigen Wortwechseln landete das Duo einen Lacherfolg nach dem anderem. „Ebbe ist, wenn es beim Rudern staubt“, so eine ihrer Weisheiten. Letztlich fragten sich Vater und Sohn Büsing aber, wer den eigentlich die Irren sind, wenn es Leute gibt, die den Langwarder Groden fluten und damit Butjadingen unter Wasser setzen wollen.
Aus der „Mupped Show“ hatten sich Miss Piggy und der Koch unter die Eckwarder Narren gemischt. Alie Siefken und Christoph Thien sorgten sich um die heutigen Politiker, die ihnen nicht, wie früher Franz-Josef Strauß (Schweinshaxe), Helmut Kohl (Sauermagen) oder Helmut Schmidt (Räucheraal), Inspirationen für ein Menü gäben. Auch der musikalische Versuch von Miss Piggy, einer der Höhepunkte der Sitzungen, konnte dem Koch nicht die erhofften Zutaten liefern.
Schutzhelm für Bruncken
Als Schlemihl gab Corinna Evers auch einige häusliche Gewohnheiten des Eckwarder Karnevalspräsidenten Johann Evers – er ist ihr Vater – preis. Zudem wusste sie von einem Malheur zu berichten, das dem ehemaligen Karnevalspräsidenten Meent Bruncken beim Besuch einer „frivolen Tanzveranstaltung“ anlässlich der Grünen Woche in Berlin passiert war. Zum Schutz vor weiteren ähnlichen Vorkommnissen stattete Johann Evers seinen Vorgänger mit einen Schutzhelm aus.
„Mehrere Monate“ hatten Ines Conrady und Carsten Brockhoff die Duschgewohnheiten des jeweils anderen Geschlechts studiert. Ihre Ergebnisse, wofür sie sich namentlich bei den in Butjadingen nicht unbekannten Probanden bedankten, gaben sie teils zweideutig dem verzückten Publikum bekannt. Manch Besucher dürfte sie dabei durchaus wiedererkannt haben.
Wie in der „Mupped Show“ war es „Stadler“ und „Waldorf“ vorbehalten, vor dem Finale das Programm der Prunksitzung mit sarkastischen Äußerungen zu kommentieren. Dirk Töllner und Hans-Gerd Hansing sowie Frosch „Kermit“ (Thomas Mahlstede) – sie sind im Eckwarder Karneval unter „Die drei von der Tankstelle“ bekannt – nahmen kein Blatt vor dem Mund. Vor allem die Lachattacken der beiden Veteranen in der Loge kamen den Originalen sehr nahe.
Tänzerische Augenweide
Wohl eine Nachtschicht eingelegt hatten die Männer des Klöppelclubs, um ihre rhythmische Schemelgymnastik nach verkorkster Generalprobe so perfekt darbieten zu können, dass sie das Publikum von den Stühlen riss. Eine Augenweide nicht nur wegen der sehr gelungenen Choreographien bildeten einmal mehr die tänzerischen Darbietungen der Südstrandteens sowie der Gruppen „Sky Dance“ und „Northcoast Boogaloos“.
Durch das Programm führte mit viel Witz und Humor sowie schlagfertig Karnevalspräsident Johann Evers. Für die tolle Leistungen gebührt allen Aktiven ein großes Lob und ein dreifach donnerndes „Eckwarden Ahoi!“.
@ Mehr Bilder unter http://www.NWZonline.de/fotos/wesermarsch NWZTV zeigt einen Beitrag unter http://www.NWZonline.de/nwztv
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