BUTJADINGEN, 17. Februar 2012


Mit Umweltverbänden sprechen

Langwarder Groden Grünen-Chef Stefan Wenzel will sich erst informieren


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Vor der Gesprächsrunde nahmen die Teilnehmer (von links) Ina Korter, Dieter Brockhoff, Stefan Wenzel, Elmar Hüttenmeister, Jürgen Sprickerhof, Wolfgang Wasshausen und Uta Meiners BILD: Rolf Bultmann  Bild vergrößern

Er könne niemanden unterstellen, die Situation verschlechtern zu wollen. Nur ein Kompromiss werde das Problem lösen können.

von Rolf Bultmann

Butjadingen - Bevor er die Sinnhaftigkeit der im Langwarder Groden geplanten Ausgleichsmaßnahme beurteilen könne, müsse er auch mit den Umweltverbänden sprechen, was er jetzt tun werde, sagte Stefan Wenzel. Deshalb konnte der Vorsitzende der Grünen-Fraktion im niedersächsischen Landtag seinen Butjadinger Parteifreunden und die Mitgliedern der Bürgerinitiative Langwarder Groden keine Zusagen für eine Unterstützung ihres Kampfes gegen eine Schleifung oder Öffnung des Vordeiches machen.

Stefan Wenzel, der auch Vorsitzender des Umweltausschusses des Landtages ist, war am gestrigen Donnerstag auf Vermittlung und in Begleitung seiner Nordenhamer Fraktionskollegin Ina Korter nach Butjadingen gekommen. Er wolle sich selbst vor Ort einen Eindruck verschaffen und dabei auch mit den Menschen sprechen, die hier leben und arbeiten, so der Grünen-Politiker.

Am Langwarder Groden und anschließenden im Fedderwardersieler Havenhuus kam er mit seinen Butjadinger Parteifreunden und Mitgliedern der Bürgerinitiative zusammen, die ihm die geplante Ausgleichsmaßnahme, ihre Bedenken und ihren Kompromissvorschlag (neues Sielbauwerk statt Vordeichschleifung) erläuterten.

Stefan Wenzel stellte fest, dass er den Gegnern, aber auch den Befürwortern unterstelle, die jetzige Situation im Langwarder Groden nicht verschlechtern zu wollen. Deshalb wolle er mit allen Beteiligten sprechen, um einen Gesamteindruck zu bekommen.

Der Chef der Grünen-Landtagsfraktion ist sich aber sicher, dass ein Kompromiss, der Naturschutz, Landwirtschaft, Küstenschutz und Tourismus Rechnung trägt sowie die weitere Schiffbarkeit des Fedderwardersieler Hafens garantiert und die Akzeptanz der Bevölkerung findet, nur gemeinsam mit allen am Verfahren Beteiligten möglich sei. Die Politik sei hier auch angesichts des bestehenden Planfeststellungsbeschlusses außen vor.

Stefan Wenzel unterstrich die Notwendigkeit, Eingriffe in die Natur durch entsprechende Kompensationsmaßnahmen auch wieder auszugleichen. Davon dürfe man sich nicht mit Geld freikaufen können.

Ina Korter hofft, dass sich auch die Umweltverbände einem Mediationsverfahren, in dem ein Kompromiss gefinden werden könnte, nicht verschließen werden.

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Jürgen Sprickerhof, Grünen-Fraktionschef im Butjadinger Rat, und Bürgerinitiative-Vorsitzender Dieter Brockhoff kritisierten, dass der Butjadinger Kompromissvorschlag (neues Sielbauwerk) bislang nicht ernsthaft diskutiert worden sei.

Vor überzogenen Erwartungen an die geplante Diskussion zwischen Befürwortern und Gegnern der Ausgleichsmaßnahme im Langwarder Groden warnte jetzt dessen Initiator Björn Thümler. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion sieht darin aber die allerletzte Chance, noch zu einer Einigung zu kommen, mit der beide Seiten leben könnten. „Das wird aber nur gehen, wenn beide Seiten dazu bereit sind, von ihren Maximalforderungen abzugehen und sich auf einen Kompromiss einzulassen“, so Thümler. In den Planfeststellungsbeschlüssen sei das Ziel eindeutig festgelegt: Es müssten im Langwarder Groden naturnahe, tidebeeinflusste Salzwiesen entwickelt werden. Diskutiert werden könne nur über den geeignetsten Weg, dieses Ziel zu erreichen. Björn Thümler ist derzeit dabei, einen neutralen Mediator für die geplante Diskussion zu suchen.






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