„Was heute fehlt, ist Zeit zum Zuhören“
Tischgespräch Inhaberin der Anker-Apotheke hat eine Leidenschaft für guten Kaffee
Im Hinterzimmer der Anker-Apotheke unterhält sich Inhaberin Maike Maas-Bode im Tischgespräch. BILD: Felix Frerichs 
von Felix Frerichs
Elsfleth - Wer öfter unter Schmerzen im Knie leidet, hat vermutlich Wut im Bauch. Diese Auffassung vertritt Maike Maas-Bode, Inhaberin der Anker-Apotheke beim NWZ -Tischgespräch, das aus Zeitgründen im Hinterzimmer der Apotheke stattfindet. „Menschen, die oft wütend sind, klagen nicht selten über Knieschmerzen“, weiß die Apothekerin.
Es ist erstaunlich: Obwohl die 46-Jährige Mutter von zwei Kindern jeden Tag mit der konventionellen Schulmedizin in Form Tabletten, Kapseln oder Salben zu tun hat, ist sie selbst ein großer Anhänger von Naturheilverfahren.
In dem kleinen Raum direkt hinter dem Verkaufsbereich der Apotheke steht ein großer, schwarzer Kasten. Eine Kaffeemaschine – aber vermutlich eine ziemlich teure.
Maike Maas-Bode serviert „Lavazza Rosso“ – Cappuccino mit einem angenehm weichen Schaum. „Vor 23 Jahren“, beginnt die 46-Jährige zu erzählen, „haben mein Mann und ich uns in Italien eine Kaffeemaschine gekauft- das ist praktisch das Nachfolgemodell. Als sie Anfang 20 war, verrät sie, sei das junge Paar häufiger Mal spontan übers Wochenende mit dem Auto gen Süden gefahren. „Manchmal nur für einen einzigen Tag“, erinnert sich die Apothekerin.
1993 machte sich Maike Maas-Bode mit der Anker-Apotheke in der Elsflether Steinstraße selbstständig. Der Zufall wollte es, dass ihre Mutter hier 1957 eine Lehre zur Apotheken-Helferin begonnen hatte. Damals noch unter Inhaber Fritz De Dood, der wegen seines Nachnamens häufig auch „Fritz vom Tod“ genannt wurde – was für einen Apotheker zweifelhaft klingen mag, gibt seine Nachfolgerin beim Tischgespräch zu. Den Elsflethern ist die gebürtige Brakerin seit fast 20 Jahren ein Begriff – nicht nur durch die Apotheke, auch durch ihre zahlreichen Ehrenämter, die sie übernimmt. Im Förderverein der Grundschule Alte Straße ist sie Kassenwartin. Beim Förderverein des Gymnasiums Brake zweite Vorsitzende. Sie arbeitet in der neuen Stadtentwicklungskommission mit und spielt Akkordeon im Visurgen-Shantychor.
Beim Thema Stadtentwicklung wird sie ernst. „Ich habe dazu eine klare Meinung: Ich finde, die Eigentümer der Häuser in der Innenstadt sollten ihrer Verantwortung stärker nachkommen. Allein aus Verbundenheit zu ihrem Eigentum.“
Maike Maas-Bode spielt darauf an, dass viele Hausbesitzer nicht in Elsfleth leben – und ihnen offenbar die Fassaden der Häuser nicht unbedingt spürbar am Herzen liegt.
Die altehrwürdige Anker-Apotheke ist dagegen in gutem Zustand. Zusammen mit ihrem Ehemann Dr. Hartmut Bode hat die Inhaberin immer ein offenes Ohr für ihre Kunden. „Was heute fehlt, ist Zeit zum Zuhören. Wir nehmen uns diese Zeit aber bewusst“, sagt sie. Da kommt der ganzheitliche Ansatz wieder zum Vorschein.
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