Seniorenheime stehen unter Druck
ALTENPFLEGE Diakonisches Werk in Not – Suche nach Lösungen aus finanzieller Schieflage
VON ULRICH SCHLÜTER
Blexen - Die Seniorenheime des Diakonischen Werks der evangelischen Kirche in Oldenburg sind in eine finanzielle Schieflage geraten (die NWZ berichtete). Die Probleme lassen sich nach den Worten von Stefan Schreiber, Leiter des Seniorenzentrums To Huus achtern Diek in Blexen, allerdings nicht vor Ort lösen. Ein gemeinsames Ziel müsse es sein, das wirtschaftliche Gleichgewicht wieder herzustellen.
Die Seniorenheime stehen unter einem immensen Kostendruck. „Die Lage ist ernst“, sagt Fred Memenga, Vorsitzender des Heimbeirats To Huus achtern Diek. Die Mitarbeiter leisteten tolle Arbeit. „Aber die Kosten fressen auf“, klagt er. Das Seniorenzentrum und die Arbeitsplätze zu erhalten, steht für ihn an erster Stelle.
Rund 90 Mitarbeiter
Am Beispiel der Einrichtung in Blexen zeigt sich die Misere, in welche die Häuser schlittern. So werden die mehr als 90 Mitarbeiter nach Tarif bezahlt, im Mai 2009 gab es noch eine Lohnsteigerung von 4,5 Prozent. Die Beschäftigten haben Anspruch auf Urlaubs- und Weihnachtsgeld, eine zusätzliche Altersvorsorge besteht gleichfalls. „Aus den Kassen der Pflegeversicherung gab es praktisch keine Erhöhung“, betont Fred Memenga.
Um den Kostendruck zu mindern, hatten sich Mitarbeitervertretung und Diakonie-Vorstand auf einen Verzicht des Weihnachtsgeldes verständigt. Diese Vereinbarung kippte jedoch die Mitarbeiter-Landesvertretung. In der Arbeitsrechtlichen Kommission vereinbarten die Beteiligten dann die Zahlung des Weihnachtsgeldes. Ermöglicht hat diesen Entschluss eine nachhaltige Entscheidung: Einrichtungen wie das Seniorenzentrum To Huus achtern Diek müssen dem Diakonischen Werk als Träger keine Miete zahlen. Das aber könne auf Dauer keine Lösung sein, merkt Stefan Schreiber an.
Das Haus in Blexen ist nach wie vor gut aufgestellt. Die Auslastung liegt bei 95 Prozent. 50 volle Stellen sind vorhanden, 35 davon in der Pflege. Gesetzlich fixiert ist, dass 50 Prozent der Pflegestellen von examinierten Fachkräften besetzt sein müssen (Fachkraftquote). Während es sich im Bereich der Fachkräfte größtenteils um ganze Stellen handelt (rund 80 Prozent), arbeiten viele Pflegehelfer in Teilzeit. Deren Stundenlohn liegt bei 11 Euro und damit deutlich über dem geforderten Mindestlohn, der bei 7,50 Euro angesiedelt ist.
Ohne Qualifikation
Im Pflegebereich beobachtet Stefan Schreiber seit geraumer Zeit einen gegensätzlichen Trend. Während examinierte Kräfte gesucht werden, bewerben sich nach seinen Worten zuhauf Leute ohne Ausbildung. Im Pflegebereich sei auch keine Qualifikation vorgegeben, sagt er. Es bestehe in dieser Sparte sicherlich Spielraum. Dass in dem sensiblen Bereich Altenpflege nur noch auf den Euro geschaut werde, hält er für bedenklich.
Längerfristige Regelung für SEniorenheime angepeilt
In dem ausgehandelten Kompromiss ist eine längerfristige Regelung für die sieben verschuldeten Altenpflege-Einrichtungen der Diakonie mit rund 600 Bewohnern gefunden worden. Betroffen sind Stephanusstift in Delmenhorst, Seniorenzentrum To Huus achtern Diek in Blexen, Friedas-Frieden, Elisabethstift, Büsingstift, Ev. Seniorenzentrum am Schützenweg und Altenzentrum Bischof Stählin in Oldenburg sowie Peter-Friedrich-Ludwig-Stift in Esens. Verhandlungen um die Details beginnen in Kürze. Derzeit besuchen Vertreter der Geschäftsführung die Einrichtungen, um die Beschäftigten zu informieren.
Die Mitarbeiter erhalten Weihnachtsgeld. Aus technischen Gründen wird es im Januar ausgezahlt.
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2500 Parktickets zur Sail verkauft
Blexen war auf das Schlimmste vorbereitet. Aber ganz so groß wie erwartet ist der Andrang auf die Parkplätze, die im Stadtnorden für Sail-Besucher eingerichtet worden waren, dann doch nicht gewesen. Laut Ordnungsamtsleiter Rudolf Müller haben die Stadtbediensteten an den drei Sail-Haupttagen insgesamt 2500 Tickets auf den Sonderparkplätzen verkauft. Das ergibt eine Einnahme von 7500 Euro.
Diemehr
Familie Ruch knüpft an Vorjahreserfolg an
Wie schon im Vorjahr hat wieder die Familie Ruch das Familienboßeln des Klootschießer- und Boßelvereins Blexen gewonnen. Die Familienmannschaft mit Wilhelm, Ludger und Hans-Günter Ruch errang mit 1279 Punkten den ersten Platz.
Malte, Sören und Deike Büsing machten in Blexen mit 1244 Punkten den zweiten Platz, gefolgt von Thomas, Werner und Monika Wohlfeil mit 1052 Punkten.
Insgesamtmehr
Käufer für die Leichenhalle gefunden
Bundesweit ist die Stadt Nordenham in die Schlagzeilen geraten, als sie 2005 aus Geldnot ihre Leichenhalle zum Verkauf anpries und damit abenteuerliche Spekulationen um den künftigen Verwendungszweck des Gebäudes auslöste. Jetzt hat die Stadt tatsächlich einen Käufer gefunden, aber an der Nutzung ändert sich nichts: Das Bestattungsunternehmen Abendstille will dort weiterhin Trauerfeiern ausrichten. Allerdings bekommt die Gründerzeitimmobilie an der Schillerstraße einen neuen Namen. Der sachlich-schmucklose Begriff Leichenhalle wird durch die Bezeichnung „Haus des Abschieds“ ersetzt.
Über den Kaufpreis haben Abendstille-Geschäftsführer André Vos und Stadtkämmerer Bert Freese Stillschweigen vereinbart. „Wir haben ein vernünftiges Geschäft abgeschlossen“, sagt Bert Freese, „damit sind beide Seiten zufrieden.“ Der städtische Schatzmeister ist schon deshalb zufrieden, weil sein leckgeschlagener Haushalt um 5000 bis 10 000 Euro im Jahr an Unterhaltungsaufwendungen entlastet wird.
2005 hatte die Stadt für die Immobilie eine Mindestsumme von 100 000 Euro gefordert. Aber zu diesem Preis fand sich kein Abnehmer, zumal das Gebäude unter Denkmalschutz und damit unter strengen Umbauauflagen steht. Auch Überlegungen, dort eine Kunsthalle oder einen Raum für Vorlesungen einzurichten, ließen sich nicht verwirklichen.
Die 2005 gegründete Firma Abendstille, die mittlerweile über zwei Niederlassungen in Ellwürden und Brake verfügt, hatte schon vor fünf Jahren ein erstes Interesse bekundet. Jetzt wurden die Verhandlungen mit der Stadt neu aufgenommen und mit der Gebäudeübertragung zum 1. September zu einem erfolgreichen Abschluss gebracht.
Geschäftsführer André Vos, der die Firma gemeinsam mit seinem Bruder Jan Schmitz betreibt, will das „Haus des Abschieds“ bei Bedarf auch anderen Bestattungsunternehmern zur Verfügung stellen. Ihre Kundenzielgruppe sind Angehörige von Verstorbenen, die keiner Kirche angehörten oder aus anderen Gründen eine kirchliche Trauerfeier ablehnten. Das „Haus des Abschieds“ ist die dritte privat betriebene Andachtshalle in Nordenham. Sie bietet Platz für etwa 80 Besucher.
Das 1905 errichtete Gebäude grenzt mit seiner Rückseite an den Museumspark. Es hatte früher zum alten Krankenhaus gehört, das 1975 nach der Eröffnung der Wesermarsch-Klinik an der Albert-Schweitzer-Straße aufgegeben und in ein Wohngebäude umgewandelt worden war. Die Grünanlage und die Leichenhalle bekam die Stadt Nordenham vom Landkreis Wesermarsch überschrieben. Viele Jahre musste die Stadt aufgrund einer gesetzlichen Verpflichtung eine öffentliche Leichenhalle mit Kühl- und Waschräumen betreiben. Aber diese Pflicht besteht nicht mehr, seitdem private Anbieter derartige Einrichtungen vorhalten.
André Vos will an dem Gebäude wenig verändern. Lediglich eine Renovierung der Räume ist beabsichtigt. Auf dem 2000 Quadratmeter großen Grundstück sollen Parkplätze angelegt und ein Zaun zum Museumspark gezogen werden. Der Zaun soll verhindern, dass Radfahrer, Spaziergänger und freilaufende Hunde die Trauernden stören.
André Vos möchte eine Dokumentation über die Geschichte des Gründerzeitgebäudes zusammenstellen und sucht dafür Bildmaterial aus alten Zeiten.
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Haussanierer sollen stark profitieren
Für den Energieberater Johannes Gadeberg kommt es darauf an, wie pfiffig gebaut, umgebaut oder renoviert wird. „Mich schüttelt es jedesmal, wenn ich Häuser sehe, bei denen das Energiesparpotenzial nicht genutzt wird. Denn im Vergleich zu den Möglichkeiten sind die Investitionskosten wirklich gering.“
Im Auftrag der Deutschen Bundesstiftung Umwelt hat der unabhängige Energieberatermehr
Schwerer Weg zur großen Liebe
Aus ihrem Buch „Ich, Elias“ liest an diesem Freitag, 3. September, ab 15 Uhr in der Stadtbücherei Nordenham auch für den Julius-Club die Jugendbuch-Autorin mit dem Künstlernamen Luca Bloom. Der Eintritt für Schüler ist frei.
In dem 2009 veröffentlichten Buch von Luca Bloom geht es um einen 15 Jahre alten Jungen, der endlich das „erste Mal“ erleben will. Doch der Wegmehr



