ADHS zwischen Schule und Beruf
Symposium Experten in der Friedeburg
Nordenham - Der Austausch unter Betroffenen, Experten und Interessierten steht im Mittelpunkt bei einem Symposium, zu dem ADHS Deutschland für diesen Sonnabend in die Nordenhamer Stadthalle einlädt. Der Dachverband für fast 300 Selbsthilfegruppen hat für die Zeit von 10 bis 17 Uhr ein Vortragsprogramm mit dem Titel „ADHS in Schule und Beruf – Lebenswege meistern“ zusammengestellt.
Genetisch bedingt
Wie der Verband mitteilt, ist das Thema ADHS (Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung) immer mehr ins Bewusstsein der Öffentlichkeit gerückt. „ADHS wird mehr denn je anerkannt als eine Besonderheit in der Verhaltenssteuerung. Sie ist ein vor allem genetisch bedingtes Leiden, das nicht nur den Betroffenen, sondern auch ihrer Umwelt Leiden schafft.“ Impulsivität, Ablenkbarkeit und nicht selten eine große Unruhe machten es den Betroffenen schwer, in einer komplizierten Gesellschaft, den eigenen Weg zu finden.
Die ADHS sei keine Krankheit kleiner Zappelphilipps und tagträumender Mädchen, heißt es in einer Pressemitteilung des Verbands. ADHS beeinflusse die Lebenswege der Betroffenen: Menschen, denen bedachtes Handeln und umsichtige Planung schwer fallen, können sich oft nur unter größten Anstrengungen an die sich rasch wandelnde Gesellschaft anpassen. Aus der motorischen Unruhe des hyperaktiven Kindes wird nicht selten die innere Unrast des Jugendlichen und Erwachsenen. Und aus der Not des ablenkbaren Schülers wird die Schwierigkeit des Berufstätigen.
Zivilcourage und Respekt
Die Referenten des Symposiums sind Experten für die Übergangsphase zwischen Schule und Arbeitswelt. So geht es in einem Vortrag um Zivilcourage, gegenseitigen Respekt sowie kompetentes Konfliktmanagement unter Jugendlichen und jungen Erwachsenen. Mit aggressivem und oppositionellem Verhalten beschäftigt sich der Psychologe Dr. Fritz Jansen. Sein Thema ist das „Positive Lernen“ neuer Verhaltensweisen sowie einer aktiven Anpassung an Gemeinschaften. Daran knüpfen die Psychologen Maike Keller und Berthold Radtke an, die über „ADHS und berufliche Qualifizierung in Einrichtungen der beruflichen Rehabilitation“ sprechen.
Erstmals findet während des Symposiums parallel zu den Nachmittagsvorträgen eine Jugendveranstaltung statt. Dazu sind besonders Jugendliche und junge Erwachsene in die Jugendherberge eingeladen. Hier leitet der Psychologe Dr. Johannes Streif einen Workshop über „Lieber leben mit ADHS“.
Die Workshops am Sonntag im Mehrzweckhaus Einswarden stehen nur Mitgliedern offen. Das Gleiche gilt für die Mitgliederversammlung, die sich am Sonnabend ab 17 Uhr an das Symposium anschließt.
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