ABBEHAUSEN, 24. Juli 2010


Sie tanken Erholung beim Stricktreffen

Hobby 80 bis 100 Frauen aus verschiedenen Teilen Deutschlands werden in Abbehausen erwartet


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Entspannung beim Stricktreffen in Abbehausen finden auch diese Teilnehmerinnen. Ganz rechts: Renate Herberg aus Brake, daneben Organisatorin Hella Bessel aus Abbehausen BILDer: Horst Lohe  Bild vergrößern

Es ist das zweite große Treffen, das Hella Bessel organisiert hat. Erfahrungen werden ausgetauscht.

von Horst Lohe

Abbehausen - „Wir sollten dort Urlaub machen, wo wir uns wohl fühlen und entspannen“, meint Christiane Heidorn (41). Deshalb ist die Sekretärin aus Stuttgart am Freitag nach Nordenham gereist. Sie ist eine von 80 bis 100 erwarteten Frauen im Alter von 20 bis 79 Jahren aus verschiedenen Teilen Deutschlands, die an einem dreitägigen Stricktreffen im Landhotel Butjadinger Tor teilnehmen. Zumindest ein Mann wird ebenfalls erwartet. Er lebt in München.

Die Stuttgarterin fährt seit etwa zehn Jahren jährlich zu sechs solchen größeren Treffen in verschiedenen Orten Deutschlands. Das ist für sie erholsamer Urlaub. An Nordenham gefällt ihr besonders, dass sie hier viele Nordlichter treffen und auch ans Meer gehen kann. Nur am Strand zu liegen ist ihr viel zu langweilig.


Premiere mit 40 Frauen
Ähnlich sieht das ihre mitgereiste Freundin Gudrun Nübold (42). Sie war schon vor einem Jahr dabei, als die Abbehauser Grundschullehrerin Hella Bessel (51) erstmals ein Stricktreffen in Abbehausen organisiert hatte – mit etwa 40 Teilnehmerinnen.

Ein großer Raum, zahlreiche Menschen, viel Wolle, viel Strickzeug und viele Anregungen – so charakterisiert Christiane Heidorn das Geschehen. „Wir haben kein Programm. Wir tauschen Erfahrungen aus. Jeder weiß etwas über neue Garne und Muster. Wir schauen uns neues Strickmaterial an, geben auch Kochrezepte weiter und reden über Gott und die Welt“, sagt Organisatorin Hella Bessel.

Dies alles geschieht selbstverständlich während des Strickens – täglich von 10 Uhr bis spät abends, unterbrochen von Pausen für die Mahlzeiten. Einige Teilnehmerinnen häkeln auch oder spinnen. „Dabei vergessen wir die Zeit. Stricken führt zur tiefen Zufriedenheit“, berichtet Hella Bessel. „Es entspannt ungemein. Zudem kann ich schon nach kurzer Zeit ein Ergebnis sehen und mich über das selbst Geschaffene freuen – sei es ein Paar Socken, ein Pullover, eine Jacke oder auch ein Tuch.“


Internet-Verbindungen
Die Teilnehmerinnen stehen über verschiedene Internetforen in Verbindung. Solche Treffen wie in Abbehausen dienen der persönlichen Begegnung. Hella Bessel nennt das Geselligkeit unter Gleichgesinnten, die einfach ihrem Hobby nachgehen.

In der Nordenhamer Strickgruppe von Hella Bessel machen etwa 30 Frauen mit. Dazu zählt Renate Herberg (67) aus Brake. Die Rentnerin strickt „eigentlich schon immer“ und täglich mindestens zwei Stunden. „Ich habe festgestellt, dass mich das stark beruhigt.“

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Zurzeit sei Stricken „total im Trend“, sagt Hella Bessel. Das sei aber sicherlich nur eine Phase, die vorübergehe. Die Tradition, Stricken in der Schule oder von der Mutter oder Großmutter zu lernen, drohe zu verkümmern. Deshalb seien solche Treffen sehr wichtig. Hella Bessel glaubt, dass Stricken in jedem Fall eine gute Zukunft haben wird: „Selbstgemachtes bleibt immer etwas Besonderes, ganz einfach, weil es Unikate sind.“

Die Stuttgarterin Christiane Heidorn kann dieses Hobby ebenfalls nur empfehlen: „Es ist erwiesen, dass Stricken auch das Gehirn anregt. Stricken macht intelligent.“






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