Grundschulzentren in Nord und Süd
Bildung Einswarder Ratspolitiker fordern große Lösung – Standorte zusammenlegen
In der Grundschule Friedrich-August-Hütte könnte das neue Schulzentrum Nord entstehen. BILD: Norbert Hartfil 
von Norbert Hartfil
Nordenham - Dass die sinkenden Kinderzahlen über kurz oder lang zu Einschnitten in der Nordenhamer Schullandschaft führen werden, ist nicht neu. Aber jetzt liegt ein erster Vorschlag für die Zusammenlegung von Grundschulen auf dem Tisch. Dabei handelt es sich um einen Antrag, den die Stadtratsmitglieder Dr. Tilman Kaethner (CDU) und Kurt Winterboer (SPD) ausgetüftelt haben. Die beiden Politiker aus Einswarden fordern die Bildung von Grundschulzentren im Norden und im Süden der Stadt.
In einer interfraktionellen Sitzung haben Tilman Kaethner und Kurt Winterboer den Vorschlag präsentiert, der für allerhand Diskussionsstoff bei Eltern und Lehrern sorgen dürfte. Die Stadtverwaltung bekam den Auftrag, für die weiteren Beratungen eine Stellungnahme auszuarbeiten. Noch ist also nichts entschieden.
Nord-Zentrum in FAH
Wenn es nach den beiden Ratsherren geht, werden im Stadtnorden die Grundschulen Einswarden, Blexen und Phiesewarden geschlossen. Die Kinder aus diesen Stadtteilen sollen künftig ein großes Grundschulzentrum mit Ganztagsbetreuung in Friedrich-August-Hütte besuchen. Für den Standort FAH sprechen laut Tilman Kaethner und Kurt Winterboer die Größe des Schulgebäudes sowie das Vorhandensein einer Küche und einer Sporthalle.
Das künftige Grundschulzentrum Süd – ebenfalls mit Ganztagsangeboten – wäre ihrer Meinung nach am besten in der Südschule oder in Atens aufgehoben. Dort sollen die Grundschulen Nord, Süd und Atens zusammengefasst werden.
Dass sich für die Kinder weitere Schulwege ergeben, sehen Tilman Kaethner und Kurt Winterboer nicht als ein Problem an. Sie sind der Auffassung, dass der Landkreis Wesermarsch eine Schülerbeförderung zu den neuen Schulzentren organisieren müsste.
In den Fusionsplänen der beiden Einswarder Ratsherren bleiben nur die katholische St.-Willehad-Schule sowie die städtischen Grundschulen in Abbehausen und Esenshamm außen vor, die ohnehin schon zusammenarbeiten und in einigen Jahren auch räumlich unter einem Dach in Abbehausen betrieben werden sollen (die NWZ berichtete).
Hintergrund der gemeinsamen Initiative von Tilman Kaethner und Kurt Winterboer sind die Überlegungen der Stadtverwaltung, die Grundschulen Phiesewarden und Einswarden aufzugeben und sie den Standorten in FAH und Blexen anzugliedern. Die beiden Ratsherren sind der Ansicht, dass diese Variante einige Nachteile hätte. So erwarten sie Widerstände aus der Blexer Elternschaft, wenn die Einswarder Kinder der dortigen Grundschule zugewiesen würden.
Zunächst vier- bis fünfzügig
Die große Lösung mit einem Schulzentrum für den gesamten Stadtnorden in FAH halten Tilman Kaethner und Kurt Winterboer für leichter umsetzbar. An der Margaretenstraße ließe sich eine zunächst vier- bis fünfzügige Grundschule bilden, die aufgrund der höheren Zahl an Lehrern ein besseres Unterrichtsangebot vorhalten könnte als zwei kleine Standorte mit jeweiliger Zweizügigkeit. Auch bei der Integration von Kindern aus Einwandererfamilien biete das Schulzentrum Vorteile, glauben Tilman Kaethner und Kurt Winterboer. Dort wäre „eine komplette Durchmischung der Kinder aus verschiedenen Ursprungsländern und mit verschiedenen Sprachkenntnissen“ möglich.
Da aus demografischen Gründen weitere Rückgänge bei den Schülerzahlen zu erwarten sind, gehen Tilman Kaethner und Kurt Winterboer davon aus, dass das Grundschulzentrum mittelfristig dreizügig sein wird.
Ihrer Meinung nach sollte nicht die Entfernung zur Schule, sondern die pädagogische Qualität die wichtigste Rolle bei der Neugestaltung der Schullandschaft spielen. Von der Bildung der Zentren versprechen sie sich auch positive Effekte für die Kindergärten, die in den Stadtteilen bestehen bleiben könnten.
mit rund 1100 Kindern bestehen zurzeit in Nordenham. Neben der katholischen St.-Willehad-Schule, für die keine Einzugsgebiete gelten, gibt es die städtischen Grundschulen Abbehausen, Atens, Blexen, Esenshamm, Einswarden, Friedrich-August-Hütte, Nord, Phiesewarden und Süd.
ist der Landkreis Wesermarsch zuständig. Die Zumutbarkeitsgrenze für den Fußweg zu einer Grundschule liegt bei zwei Kilometern.
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