Neue Aufgabe im fernen Bhutan
Rotes kreuz Rolf Wildförster gibt Vorsitz im DRK-Kreisverband an Hagen Behnke ab
Abschied und Neuanfang beim DRK: Geschäftsführer Peter Deyle, Justiziar Jürgen-Christoph Gericke, 2. Vorsitzende Dr. Ulla Gatzert, Schatzmeister Egon Stührenberg, ehemaliger Geschäftsführer Uwe Spohler, Ex-Vorsitzender Dr. Rolf Wildförster, Rettungsdienstleiter Ralph Diekmann und der neue 1. Vorsitzende Dr. Hagen Behnke BILD: Norbert Hartfil 
von Norbert Hartfil
Nordenham - Als junger Medizinstudent hatte er an Bord der Party-Fähren zwischen Travemünde und Trelleborg einen Job im Sanitätsdienst des Deutschen Roten Kreuzes übernommen. Und später war er in Marburg als Notarzt für den Wohlverbandsverband tätig. Eine Verbindung zum DRK hat Dr. Hagen Behnke schon lange. Jetzt ist er auch ein ehrenamtlicher Funktionsträger: Der Chefanästhesist der Wesermarsch-Klinik steht seit Ende März als 1. Vorsitzender an der Spitze des DRK-Kreisverbandes Wesermarsch. Hagen Behnke hat diesen Posten von Dr. Rolf Wildförster übernommen, der aus beruflichen Gründen zurückgetreten war.
Am Mittwoch ist der Kreisvorstand im DRK-Haus an der Flagbalger Straße zu einer kleinen Feier zusammengekommen, um Abschied von Rolf Wildförster zu nehmen und dessen Nachfolger offiziell zu begrüßen. Schon vor neun Monaten hatte Rolf Wildförster sein Amt niedergelegt. Anlass ist ein Wechsel des Arbeitgebers gewesen. Der in Varel lebende Chemiker war bis dahin bei Northcape Minerals in Brake beschäftigt. Als Sibelco die Firma übernahm, suchte sich Rolf Wildförster einen neuen Job.
Von Brake nach Bhutan
Der 54-Jährige heuerte bei einem deutschen Unternehmen an, das im Königreich Bhutan am Aufbau eines Industriebetriebs beteiligt ist, in dem ein metallurgisches Entschwefelungsmittel produziert werden soll. Das Projekt in der 20 000-Einwohner-Stadt Phuentsholing ist zunächst auf zwei Jahre ausgelegt. „Es könnte aber auch länger werden“, sagt er mit Blick auf die schwierige Infrastruktur in dem kleinen Land.
Um den Ort unweit der indischen Grenze zu erreichen, braucht Rolf Wildförster von Deutschland eine Anreise von gut zwei Tagen. An das tropische Klima am Fuße des Himalaya-Gebirges hat er sich mittlerweile gewöhnt, und auch die ersten Wörter in der Landessprache Dzonkha gehen Rolf Wildförster inzwischen flott über die Lippen.
Eine entscheidende Rolle bei seinem Job in Bhutan spielt das vorausschauende Organisieren und Planen. Dass Rolf Wildförster sich auf diesem Gebiet auskennt, hat er in seinen knapp zwölf Jahren als DRK-Kreisvorsitzender bewiesen. Das bestätigten seine Ex-Vorstandskollegen bei dem Treffen am Mittwoch. Die 2. Vorsitzende des Kreisverbandes, Dr. Ulla Gatzert, hob seine „zupackende Art“ hervor. Sie bescheinigte Rolf Wildförster, „vieles bewegt“ und vor allem bei der Ausarbeitung der neuen Satzung große Verdienste geleistet zu haben. Zum Abschied bekam er vom Kreisgeschäftsführer Peter Deyle einige Präsente überreicht, darunter ein Buch über das Königreich Bhutan.
Nach mehrmonatiger Vakanz an der DRK-Vorstandsspitze war Ulla Gatzert an Hagen Behnke herangetreten, um bei ihm die Begeisterung für dieses Amt zu wecken. Viel Überzeugungsarbeit brauchte sie nicht zu leisten. „Es ist eine sehr reizvolle Aufgabe, in einem so großen Verband tätig zu sein“, sagt der 48-jährige Nordenhamer, der gebürtig aus Rendsburg stammt. Allerdings hatte er sich eine Bedenkfrist erbeten, um zunächst den organisatorischen und zeitlichen Aufwand abzuklopfen. Letztlich mit einem positiven Ergebnis.
3000 Mitglieder
Hagen Behnke hat sich neben der Betreuung medizinischer Themen als wichtigste Aufgabe vorgenommen, die Nachwuchsgewinnung des DRK voranzutreiben. Im Sanitätsbereich werden dringend neue Kräfte benötigt. Der Kreisverband hat zwar die stolze Zahl von 3000 Mitgliedern, aber davon sind nur rund 100 in der Sanitätsarbeit aktiv. Hagen Behnke hält ehrenamtliches Engagement zudem für unverzichtbar, um Jugendlichen „Werte zu vermitteln, die sonst unserer Gesellschaft zu kurz kommen“.
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