NORDENHAM, 5. September 2011


Brücken zwischen den Kulturen bauen

Völkerverständigung Multikulturelle Feier der islamischen Selimiye-Gemeinde auf dem Marktplatz


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Musiker und junge Tänzerinnen BILDer: Thorsten Sanders  Bild vergrößern

Die Gruppe Mehter aus Bielefeld bereicherte mit Musik und Tanz das Fest. Sie lockte auch viele deutsche Besucher auf den Marktplatz.

von Thorsten Sanders

Nordenham - Völker der Welt vereinigt euch: Eine multikulturelle Feier fand am Sonnabend auf dem Nordenhamer Marktplatz statt, zu der die islamische Selimiye-Gemeinde anlässlich des Ramadan-Festes eingeladen hatte. Auch zahlreiche deutsche Mitbewohner fanden sich ein, um die orientalischen Traditionen wie Handwerkkunst oder Tanz kennen zu lernen.

Diese Veranstaltung verfolgte gleich mehrere lobenswerte Ziele. Zum Einen wurde durch Spendenaktionen und Versteigerungen Geld für die Hungersnot in Ostafrika gesammelt. Über die Höhe konnte Gemeindesprecher Mehmet Karabacak im Anschluss zwar noch keinen genauen Betrag nennen, doch es dürfte wesentlich mehr als im vergangenen Jahr zusammen gekommen sein, als 4000 Euro für die Flutopfer in Pakistan gesammelt wurden.

In diesem Zusammenhang konnte Karabacak eine rührende Geschichte erzählen. „Ein kleiner Junge, den ich nicht einmal kannte, zupfte an meinem Arm und fragte, ob diese Veranstaltung auch im kommenden Jahr stattfinde. Er habe nämlich seine Gitarre zu Hause vergessen und wolle sie unbedingt für einen guten Zweck spenden. Da kam mir eine Träne ins Auge, weil er so traurig aussah“, berichtet der Gemeindesprecher.

Außer der Spendenaktion sollte diese Feier auch der Zusammenführung aller Nordenhamer dienen. Das lag auch ganz im Sinne von Bürgermeister Hans Francksen, der es in seiner Rede als „Geschenk“ bezeichnete, verschiedene Kulturen innerhalb einer Stadt zu besitzen und einander näher bringen zu können. Immerhin ist es jetzt genau 50 Jahre her, dass die ersten Gastarbeiter aus der Türkei nach Deutschland siedelten. „Nordenham ist auch unsere Heimat und es wäre schön, zwischen unseren Kulturen, die gar nicht so unterschiedlich sind, Brücken zu bauen“, hofft Mehmet Karabacak auf ein wachsendes Miteinander.

Für Unterhaltung war ebenfalls gesorgt. Drei Hüpfburgen sorgten für mächtig Spaß bei den Heranwachsenden und vor der aufgebauten Tribüne gab die Bielefelder Gruppe Mehter gekonnte Tanzeinlagen zum Besten. Zudem konnten sich die Besucher mit kulinarischen, typisch türkischen Spezialitäten versorgen.

Sogar international wurde an diesem Tag aus Nordenham abgerichtet. Alle namhaften türkischen Zeitungen waren vertreten und außerdem sendete mit „Kanal Avropa“ das Fernsehen live durch unseren Kontinent. Allein das zeigt schon, wie außergewöhnlich diese Veranstaltung war.

„Insgesamt sind wir sehr zufrieden mit dem Ablauf. Die Teilnahme war deutlich besser als im vergangenen Jahr, vor allem was die Anzahl der deutschen Besucher betrifft“, freute sich Mehmet Karabacak. Damit soll das Ende aber noch nicht erreicht sein. „Wir wollen unermüdlich daran weiter arbeiten, dass wir Nordenhamer zusammenwachsen, egal welcher Herkunft der Einzelne ist“, plant Karabacak weitere ähnliche Veranstaltungen.

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