Hafenarbeiter streiken für mehr Geld
Rhenus Midgard Gewerbliche Beschäftigte fordern vom Arbeitgeber Übernahme des Tarifvertrags
Die Mitarbeiter von Rhenus Midgard haben sich am Montagmorgen zum Streik vor dem Werktor versammelt. BILD: Jens Milde 
von Jens Milde
Nordenham - Die Beschäftigten des Nordenhamer Hafenunternehmens Rhenus Midgard sind am Montag in einen befristeten Streik getreten. Um 6 Uhr versammelten sich rund 50 Mitarbeiter vor dem Werkstor. Dort wollen sie auch in den kommenden Tagen und Nächten ausharren, um ihren Forderungen Nachdruck zu verliehen. Wie Albert Weerda von der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft Verdi mitteilt, fordern die Beschäftigten 3,9 Prozent mehr Lohn und eine Einmalzahlung von 550 Euro. Außerdem wollen sie, dass Rhenus Midgard wieder in den Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe zurückkehrt. Diese Punkte seien die Bedingung für die Wiederaufnahme der Arbeit in den nächsten Tagen.
Wie Albert Weerda mitteilt, sind dem Streikaufruf alle gewerblich Beschäftigten gefolgt. Bis vergangenen Donnerstag habe Verdi versucht, den Streik durch Gespräche und Verhandlungen mit dem Arbeitgeber abzuwenden. „Leider ist die Geschäftsleitung in keiner Weise auf unsere berechtigten Forderungen eingegangen“, sagt Albert Weerda. Es sei nach einem Jahr Verhandlungen nicht zu erkennen, dass sich das Unternehmen bewegt.
Tarifvertrag übernehmen
Ein zentraler Punkt ist nach den Worten von Albert Weerda, dass Rhenus Midgard den zwischen Verdi und dem Zentralverband der Hafenbetriebe vereinbarten Tarifvertrag übernimmt. Dieser Tarifvertrag beinhaltet eine Lohnerhöhung um 3,9 Prozent und eine so genannte Erholungsbeihilfe von 550 Euro. Dazu sei die Geschäftsleitung aber nicht bereit, so Albert Weerda. „Dagegen will sie weiter die Wiedereinführung eines Arbeitszeitkontos und eine verpflichtende Sonntagsarbeit.“
Nach den Worten des Gewerkschaftssekretärs haben die Beschäftigten schon hohe Lohneinbußen hinnehmen müssen. Damit müsse jetzt endlich Schluss sein.
In Innenstadt ziehen
Albert Weerda kündigte einen unbefristeten Arbeitskampf für den Fall an, dass sich die Arbeitgeberseite nicht bewegt. Die Beschäftigten wollen in den nächsten Tagen auch in die Nordenhamer Innenstadt ziehen, um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen.
Nach Informationen von Albert Weerda hat Rhenus Midgard am Montag Mitarbeiter seines Tochterunternehmens Rhenus Port Services nach Nordenham geholt, um in Blexen ein Schiff entladen zu können. Die Streikenden sind alles andere als glücklich darüber. Nach den Worten des Betriebsratsvorsitzenden Rüdiger Kösling werde dadurch das Streikrecht konterkariert.
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