Neubaupläne im Kohlestaub-Streifen
Wohnen Stadt gibt trotz Bedenken ihre Zustimmung – An Midgardstraße soll Mehrfamilienhaus entstehen
Auf dem Brachland an der Midgardstraße (markierte Fläche) soll ein Mehrfamilienhaus entstehen. BILDer: Hartfil/ Otto 
von Norbert Hartfil
Nordenham - Wo Kneipengänger früher die Gaststätte Zur Quelle ansteuerten, befinden sich heute ein Parkplatz und eine verwilderte Brachfläche. Für das seit Jahren ungenutzte Grundstück ist jetzt eine Nutzung in Sicht. Aber die Idee des Eigentümers, dort ein Mehrfamilienhaus zu errichten, stößt im Stadtrat auf wenig Begeisterung. Denn das Bauland liegt mitten in dem Wohngebiet, in dem sich Anlieger immer wieder über Kohlestaubverwehungen vom benachbarten Midgard-Hafen beschweren. Die FDP und die Linken haben deswegen mit Nein gestimmt, als sich der Bauausschuss mit dem Thema befasste.
Hohes Konfliktpotenzial
FDP-Fraktionsvorsitzender Manfred Wolf betonte zwar, dass es sich bei dem Vorhaben um ein „interessantes Projekt“ handele. Aber den Standort für das modern gestaltete Mietshaus mit acht Wohnungen lehnte er ab. Dafür führte Manfred Wolf das Konfliktpotenzial wegen der Kohlestaubproblematik an. Das Grundstück ist nur durch die Midgardstraße und die Deichmauer von den Kohlehalden des Stadthafens getrennt. Aus Gründen der Stadtentwicklung warnte der FDP-Ratsherr davor, dort ein Wohnhaus zu errichten, und forderte die Verwaltung auf, dem Investor ein anderes Areal anzubieten.
Die Linken hatten bereits im Vorfeld der Bauausschuss-Sitzung deutlich gemacht, dass sie eine Wohnbebauung an der Stelle für „unverantwortlich“ halten, da durch den Staub eine Gesundheitsgefährdung drohe.
Auch der SPD-Vormann Manfred Brunßen äußerte Bedenken und verwies darauf, dass „wir uns da Ärger schaffen“. Aber seine Fraktion stimmte dem Bauantrag des Investors letztlich zu, weil die Verwaltung deutlich gemacht hatte, dass aus baurechtlicher Sicht das Vorhaben zulässig sei. Somit könne die Stadt das gemeindliche Einvernehmen schwerlich verweigern.
Nach Angaben des Dezernent für Stadt- und Wirtschaftsentwicklung, Peter Kania, bestehen bezüglich der Kohlestaubwerte keine Beschränkungen für die Nutzung des Geländes als Baugrundstück. „Die Grenzwerte werden deutlich unterschritten“, sagte Peter Kania.
Grundstück verwerten
Zudem teilte der Dezernent mit, dass die Verwaltung mit dem Investor, der auch der Eigentümer des Areals ist, bereits über andere Standorte gesprochen habe. Dabei habe sich gezeigt, dass der Investor sein Bauland verwerten möchte und er nicht daran interessiert sei, den Neubau woanders zu errichten. Das „problematische Umfeld“ sei ihm durchaus bekannt.
2006 hatten Anwohner aus dem Umfeld des Midgard-Hafens die Interessengemeinschaft Kohlestaub gegründet, um ihrer Forderung nach Maßnahmen gegen die schwarze Plage Nachdruck zu verleihen. Das Hafenunternehmen hat seitdem allerhand Anstrengungen unternommen und technische Vorverkehrungen zur Minderung der Staubfreisetzungen ergriffen. Das erkennt die von Wolfgang Kiep angeführte Interessengemeinschaft auch an. Aber gelöst ist das Problem aus ihrer Sicht noch lange nicht. Die Anlieger verlangen unter anderem regelmäßige Feinstaubmessungen.
Meldestelle für Beschwerden über Kohlestaub ist das Ordnungsamt der Stadt Nordenham. Von dort werden die Midgard und das Gewerbeaufsichtsamt in Oldenburg informiert. In diesem Jahr gab es laut Ordnungsamtsleiter Rudolf Müller bisher vier Hinweise. Sie alle stammen vom 31. Januar, als Ostwind und Frost herrschten – eine für Staubverwehungen typische Wetterlage.
- Riesiger Sanierungsstau bei zwei der fünf Großsporthallen der Stadt: Für die 1973 gebaute Sporthalle Süd müssen 800 000 bis 900 000 Euro aufgebracht werden, für die 1969 errichtete Sporthalle Friedrich-August-Hütte mehr als eine Million Euro.mehr
- Viele Kinder und Jugendliche lieben sie. Mangas sind japanische Comics. Im Gegensatz zu Comicreihen wie Asterix und Fix und Foxi erzählen sie Geschichten aus dem Leben; Geschichten, wie sie jeden Tag in den Vorabend-Soaps im Fernsehen gezeigt werden.mehr
- Es war ein fröhliches Fest mit vielen humor- und stimmungsvollen Beiträgen. Und auch die Redner, die am Mittwochabend den Abbehausern zum 700-jährigen Bestehen ihres Dorfes gratulierten, waren allesamt gut gelaunt.mehr
- Der Kulturaustausch zwischen den Partnerstädten Nordenham und St-Étienne-du-Rouvray kommt immer mehr auf Touren. Auf Einladung von Luc Gosselin nahm jetzt die Nordenhamer Band Braincops am Musikfestival „Yes or Notes“ in der Partnerstadt teil.mehr
- Sonne und Temperaturen um die 20 Grad: Besser könnten die Wettervoraussetzungen für die Pfingstfeierlichkeiten kaum sein. Darüber freuen sich besonders die Vereine und Gemeinschaften, die nach alter Tradition am Sonnabend einen Pfingstbaum aufstellen.mehr


