„Hätte noch zehn Minuten ausgehalten“
Eisbaden Till Münzberger und Martin Anders stürzen sich in die eiskalte Donau
Das Winterschwimmen in Neuburg ist Jahr für Jahr eine Art Faschingsumzug auf dem Wasser. Diesmal machten 1766 Teilnehmer mit. BILD: dpa 
von Till Münzberger
Nordenham - Es ist ein riesiges Spektakel, eine Art Faschingsumzug auf dem Wasser. Jahr für Jahr für stürzen sich rund 2000 hartgesottene Männer und Frauen beim traditionellen Winterschwimmen im bayrischen Neuburg in die Donau. Die meisten von ihnen tragen Neoprenanzüge. Nur ein paar ganz Verwegene verzichten darauf. Einer von ihnen ist der Nordenhamer Till Münzberger. Er studiert im thüringischen Ilmenau Medien und Kommunikationswissenschaft. Zusammen mit seinem Mitkommilitonen Martin Anders machte er beim Eisbaden mit. Gemeinsam hatten sich die beiden seit Oktober auf das eiskalte Vergnügen vorbereitet (die NWZ berichtete).
1766 Winterschwimmer
1766 Winterschwimmer absolvierten eine vier Kilometer lange Strecke, die flussabwärts von der Staustufe Bittenbrunn bis nach Neuburg führte. Ein großes Aufgebot an Helfern sorgte für einen reibungslosen Ablauf. Rund 8000 Zuschauer verfolgten bei Temperaturen um den Gefrierpunkt das Spektakel. Und während die Winterschwimmer noch unterwegs waren, absolvierten die Eisbader eine 500-Meter-Strecke auf der Zielgeraden. Zusammen mit 14 weiteren Eisbadern machten sich Till Münzberger und Martin Anders auf den Weg zum Start – nur mit Badehose und Wollmütze bekleidet. Voller Vorfreude und etwas nervös ging es noch eine Weile an den begeistert applaudierenden Zuschauern vorbei. Und dann tauchten sie in die drei Grad kalte Donau. „Wir haben etwa vier Minuten für die Strecke gebraucht. Man musste eigentlich nur darauf achten, nicht durch die starke Strömung abzutreiben“, berichtet Till Münzberger.
Das Publikum sei grandios gewesen. Und es hat sehr viel Spaß gemacht“, erzählt er weiter. Die Zeit im Wasser ging ihm aber viel zu schnell vorbei. „Ich hätte noch zehn Minuten ausgehalten,“ sagt der Nordenhamer schmunzelnd.
Im Ziel wurden er und sein Kumpel mit heißer Suppe versorgt. Es wurden ein paar Erinnerungsfotos gemacht und dann ging es ab in die Sauna. Nach dem ersten Saunagang ließen sich die beiden eine weitere, jedoch nur kurze Abkühlung in der Donau nicht nehmen. „Wenn man schon mal da ist, dann nutzen wir das auch aus,“ erzählt Till Münzberger.
Am Abend feierten die beiden mit Bier und Weißwurst beim Faschingsball ihren Erfolg. Sieger für die beiden Strecken des Donauschwimmens wurden nicht gekürt, lediglich bei den Winterschwimmern gab es einen Preis für die Gruppe mit der besten Faschingspräsentation. Ansonsten gilt beim Donauschwimmen das olympische Motto: Dabei sein ist alles.
Gewissenhaft vorbereiten
Nach einer langen Nacht mit nur wenig Schlaf und einem kleinen Frühstück machten sich die beiden auf den Weg zurück ins thüringische Ilmenau und stürzten sich wieder in den Uni-Alltag. Das Eisbaden können sie nur weiterempfehlen – allerdings nur mit einer gewissenhaften Vorbereitung und wöchentlichem Training. „Es ist eine Herausforderung für Körper und Geist, eine gute Anregung für den Kreislauf, und der Körper wird kälteresistenter“, zieht Till Münzberger Bilanz. Sollte nichts dazwischen kommen, sind die beiden Sportler auch im nächstes Jahr wieder in Neuburg dabei. „Das Training werden wir auf jeden Fall noch bis zu den Semesterferien weiterführen“ kündigt Martin Anders an.
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