NORDENHAM, 7. Februar 2012


Liebevoller Einsatz für Menschen in Not

Mensch Des Jahres Stefan Hübsch gehört zu den Kandidaten – Ehrenvorsitzender der Hospizhilfe


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Stefan Hübsch BILD: Jens Milde  Bild vergrößern

Der 84-Jährige ist noch immer zur Stelle, wenn er gebraucht wird. Jahrzehntelang hat er sich vielen Bereichen ehrenamtlich engagiert.

von Jens Milde

Nordenham - Die Liebe, von der er lebe, liebend an andere weiterzugeben – dieses Anliegen verfolgt Stefan Hübsch seit vielen Jahrzehnten. Den 84-Jährigen kennen viele als Gründer der Nordenhamer Hospizhilfe. Aber er hat sich auch vielen anderen Bereichen ehrenamtlich eingesetzt, oft jenseits der öffentlichen Aufmerksamkeit.

Stefan Hübsch gehört zu jener Generation von Menschen, die den Schrecken des Krieges in all seinen Facetten erlebt haben. Seine Familie stammt aus dem Sudetenland. 1945 wurde Stefan Hübsch bei einem Einsatz in Holland verwundet. Er verbrachte drei Jahre in verschiedenen Lazaretten, zuletzt in Wilhelmshaven, wo er 1948 begann, sich eine neue Existenz aufzubauen. Zunächst als Schreibkraft, später als Beamter war er im Amtsgericht Wilhelmshaven tätig. 1959 wurde er nach Nordenham versetzt, wo er zu seiner Pension als Gerichtsvollzieher arbeitete.


Mädchen geholfen
Dass Stefan Hübsch eine soziale Ader hat, sprach sich im Nordenhamer Amtsgericht schnell herum. Und so zögerte Stefan Hübsch nicht, als er gebeten wurde, die Vormundschaft für ein Mädchen mit einer geistigen Behinderung zu übernehmen. Diese Aufgabe war der Startschuss für ein ehrenamtliches Engagement, das bis heute anhält.

Auch als ehrenamtlicher Bewährungshelfer hat sich Stefan Hübsch eingesetzt. Zudem war er Mitbegründer der Jugendhilfe, die sich um junge Straftäter kümmerte. Der Nordenhamer hat viele Spenden eingeworben und an den Strukturen des Vereins gearbeitet.

Für Menschen, die in Not geraten sind, hat Stefan Hübsch immer ein offenes Ohr. Als Mitglied der katholischen Kirchengemeinde St. Willehad, wo er bis zu seinem 75. Lebensjahr in vielen verschiedenen Kirchenratsgremien tätig war, baute er die Schwangerschaftsberatung auf. Noch bevor es Schuldnerberatungsstellen und Privatinsolvenzen gab, war Stefan Hübsch ehrenamtlich im Einsatz, um Menschen zu helfen, denen die Schulden bis zum Hals standen und die keinen Ausweg aus ihrer Situationen sahen. Er verhandelte mit Gläubigern und Banken, um ein gutes Ergebnis für alle Parteien zu erzielen. Und das ist ihm in vielen Fällen auch gelungen.

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Sterbende begleiten
1990 gründete Stefan Hübsch die Nordenhamer Hospizhilfe. Seine Aufgabe sah er nicht nur darin, Sterbende auf ihrem letzten Lebensabschnitt zu begleitet. Es ging ihm auch darum, den Hospizgedanken im gesellschaftlichen Bewusstsein zu verankern. „Der Tod war damals ein Tabuthema“, erinnert sich Stefan Hübsch, der sich damit aber nicht abfinden wollte. Er sprach mit Fachleuten, auch mit Ärzten, veranstalte Vorträge, leistete Überzeugungsarbeit und organisierte Seminare für Hospizhelfer. Inzwischen ist er deren Ehrenvorsitzender. Und er kümmert sich – wie seine Frau – noch immer um Sterbende, wenn er gebraucht wird. Es geht ihm darum, ein Stück Lebensqualität in der letzten Phase des Lebens zu geben. „Helfen ist für mich eine Selbstverständlichkeit“, sagt der dreifache Vater.






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