FRIEDRICH-AUGUST-HüTTE, 8. Februar 2012


Glencore und Xstrata sind sich einig

Zinkhütte Van Dyken begrüßt Fusion – Aktionäre und Wettbewerbsbehörden müssen noch zustimmen


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Der Nordenhamer Xstrata-Geschäftsführer Carl van Dyken, der hier den geplanten Standort für die neue Produktionsanlage zeigt, begrüßt den Zusammenschluss mit Glencore. BILD: Henning Bielefeld  Bild vergrößern

Ein neues Schwergewicht auf dem Rohstoffmarkt entsteht. Beide Unternehmen haben in der Schweiz ihren Stammsitz

von Norbert Hartfil

Friedrich-August-Hütte - Weil das Thema noch in der Schwebe war, hielt sich Carl van Dyken in der vergangenen Woche mit seiner Stellungnahme zur geplanten Mega-Fusion der Rohstoffkonzerne Xstrata und Glencore zurück. Aber nach der offiziellen Bekanntgabe des Zusammenschlusses am Dienstag hat der Geschäftsführer der Xstrata Zink GmbH in Nordenham deutlich gemacht, dass er der Fusion viel Positives abgewinnen kann: „Durch den Zusammenschluss wird unsere gute Marktposition weiter verbessert“, betonte Carl van Dyken, „künftig sind wir noch internationaler aufgestellt.“

Wie sich die Fusion im Einzelnen auf den Standort in Nordenham auswirken wird, kann der Geschäftsführer noch nicht abschätzen, weil die Details der künftigen Konzernstrukturen noch nicht bekannt sind. „Da müssen wir abwarten“, sagt Carl van Dyken. Das gilt auch für die beabsichtigte Großinvestition in die Erweiterung des Betriebes an der Johannastraße, wo zurzeit 340 Mitarbeiter beschäftigt sind.


Hohe Stromkosten
Allerdings steht für Carl van Dyken bei dem Thema Hüttenneubau nicht die Unternehmenskonstellation im Vordergrund, sondern die Höhe des Strompreises. „Das ist der entscheidende Punkt“, sagt er. Wie berichtet, erhofft sich Xstrata von der Europäischen Union eine Kompensation für den Anstieg der Energiekosten, zu dem es durch den Emissionshandel mit CO2-Zertifikaten kommen wird.

Der Emissionshandel tritt 2013 in die dritte Phase und wird damit kostenwirksam für Stromerzeuger und andere Industriebetriebe mit einem hohen Kohlendioxidausstoß. Ihre Mehrausgaben werden die Energieunternehmen auf den Strompreis umschlagen. Das bereitet Xstrata aufgrund des hohen Energieverbrauchs bei der Zinkproduktion große Sorgen. Wenn der Strom zu teuer wird, rechnet sich die Investition von 300 Millionen Euro in den Neubau, der mit der Schaffung von 100 zusätzlichen Arbeitsplätzen verbunden ist, nicht mehr.


Betriebsrat sieht Vorteile
Der Betriebsrat der Nordenhamer Zinkhütte hat schon unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Fusionsverhandlungen das Vorhaben begrüßt. Die stellvertretende Betriebsratsvorsitzende Axel Logemann verspricht sich von dem Zusammenschluss eine Stärkung des Standortes (die NWZ  berichtete). „Wenn sich zwei Starke zusammentun“, sagte er, „ist das für unseren Standort nicht von Nachteil.“

Durch die Fusion des Rohstoffhändlers Glencore mit dem Bergbauunternehmen Xstrata entsteht ein milliardenschwerer Großkonzern. Die beiden in Zug in der Schweiz ansässigen Konzerne haben einen „Zusammenschluss unter Gleichen“ vereinbart. Die neue Gesellschaft kann einen Jahresumsatz von 160 Milliarden Euro aufweisen. Das künftige Unternehmen deckt die gesamte Wertschöpfungskette der Branche von der Förderung über den Transport bis zum Verkauf von Rohstoffen ab.

Glencore und Xstrata kommen auf einen Marktwert von rund 68,7 Milliarden Euro. Der Zusammenschluss soll den Umsatz mittelfristig mindestens um 380 Millionen Euro verbessern, wie beide Seiten am Dienstag mitteilten.

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Durch die Bekanntgabe der Verhandlungen legte der Aktienkurs vor allem von Xstrata kräftig zu. Glencore ist mit 34 Prozent bereits größter Xstrata-Aktionär. Zum Glencore-Konzern gehört auch die Nordenhamer Bleihütte Wesermetall, die direkt neben dem Xstrata-Werk angesiedelt ist.

Im dritten Quartal dieses Jahres soll die Fusion über die Bühne gebracht werden. Die Aktionäre beider Seiten müssen ihre Zustimmung geben. Zudem ist das grüne Licht der Wettbewerbsbehörden erforderlich.

Xstrata-Aktionäre sollen für einen Anteilsschein 2,8 Aktien von Glencore bekommen und künftig 45 Prozent an dem neuen Unternehmen halten. Insgesamt wird Xstrata damit mit knapp 47 Milliarden Euro bewertet.






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