Dick eingepackt gegen die eisige Kälte
Winter Marktbeschicker schützen ihre Waren auf dem Wochenmarkt
Warm eingepackt: Heinrich Schröder (großes Bild, links) verkauft auf dem Nordenhamer Wochenmarkt Kartoffeln. Auch Detlef Bostelmann (kleines Bild, links) und Stephan Büsing arbeiten in Brake bei der Kälte. BILDer: Anna Maria Weiss 
von Anna Maria Weiss
Nordenham - Die klirrende Kälte des späten Winters macht auch vor der Wesermarsch nicht halt. Dicke Jacken, warme Schals, Mützen und Handschuhe haben Hochkonjunktur – und werden vor allem von denen benötigt, die im Freien arbeiten.
Auf dem Nordenhamer Wochenmarkt sind es jedoch vor allem die Waren, die die Marktbeschicker gegen die eisigen Temperaturen zu schützen versuchen. „Wir Menschen können uns ja entsprechend anziehen, die Waren können das nicht“, sagt zum Beispiel Gerhard Gonska. Deshalb wird sein Verkaufswagen, in dem er Gemüse und Obst anbietet, auch mit Gas beheizt. Planen halten den Wind ab und die Wärme innen.
Ganz so komfortabel hat es Heinrich Schröder nicht, der wenige Meter weiter Kartoffeln anbietet. Zwar schützt er seine Waren im beheizten Wagen vor der Kälte, er selbst steht allerdings im Freien. Das sei jedoch halb so schlimm, winkt er ab. Handschuhe, mehrere Pullover und winterfeste Schuhe halten ihn warm. „Ganz wichtig sind auch meine Pudelmütze und die dicken Socken, die meine Frau gestrickt hat“, schmunzelt er. Und bei dem Sonnenschein sei es doch richtig schön draußen, findet er.
Augen zu und durch lautet dagegen bei diesem Wetter das Motto von Detlef Bostelmann, der bei der Firma Nehlsen Sperrmüll entsorgt. Lange Unterhosen, gefütterte Handschuhe und hin und wieder ein Schluck heißer Kaffee sind seine wirksamen Mittel gegen die Kälte. Der eisige Wind mache einem schon zu schaffen: „Das wir während unserer Tour nicht lange herumstehen und in die Luft gucken, ist ja klar“, sagt er, „allerdings ist uns ist dieses Wetter lieber, als wenn Schnee liegt und man mit dem Müllwagen nicht mehr vernünftig fahren kann“, sagt er.
Richtig kalt kann es auch für die Kassierer auf der Weserfähre werden. Das weiß auch Prokurist Jürgen Wissmann, obwohl er von den Temperaturen nicht betroffen ist. „Unsere Mitarbeiter haben eine komplette Ausrüstung an Winterkleidung bekommen“, berichtet er. Besonders die Finger der Kassierer blieben jedoch der Kälte ausgesetzt. „Der Kassiervorgang ist ja nicht mit Handschuhen machbar“, weiß Jürgen Wissmann. Und gerade bei den langen Schichten, die bis zu elf Stunden dauern, seien die Aufwärmphasen sehr kurz. Beschwert habe sich trotzdem noch kein Mitarbeiter.
Auch die Stadt Nordenham gibt dicke Winterjacken an ihre Außendienstmitarbeiter vom Bauhof aus. „Die Kollegen müssen bei Wind und Wetter raus. Im Moment werden Büsche geschnitten und Gräben geräumt“, merkt Bauhofchef Jürgen Hülsebusch an. Irgendwann habe man sich an das Wetter gewöhnt. Deshalb gebe es auch kein „Kältefrei“, erst recht nicht, wenn wieder Schneefall einsetzte, denn dann müssten die Kollegen zum Schneeschaufeln und Salzstreuen ausrücken.
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