Züge donnern noch über Schlagstellen
Bundesbahn Sanierung des Haltepunktes Kleinensiel – Anwohner werden aus dem Schlaf gerissen
Sie lassen sich nicht entmutigen (von links): Heiko Thaden, Petra Dwehues und Ludwig Uhse engagieren sich auch weiterhin für die komplette Sanierung des Teilstücks der Deutschen Bahn in Kleinensiel. BILD: Ulrich Schlüter 
von Ulrich Schlüter
Kleinensiel - Ludwig Uhse ist zufrieden, aber noch nicht glücklich. Der Kleinensieler freut sich zwar darüber, dass die Deutsche Bahn AG die Trasse südlich des Bahnübergangs saniert und auch die Schlagstellen in diesem Bereich beseitigt hat (die NWZ berichtete). Das gilt aber noch nicht für den Bereich nördlich des Bahnübergangs. Dort rumpeln die Züge laut Anlieger nach wie vor über ausbesserungsbedürftige Stellen, worüber sich Petra und Torsten Dwehues sowie Ludwig Uhse immer wieder beklagt haben.
Es knallt nach wie vor
Die Sanierung des Bahnabschnitts in Kleinensiel ist für sie längst noch nicht abgeschlossen. Es knallt nach wie vor im nördlichen Streckenabschnitt nach den Worten von Petra Dwehues. Vor allem nachts würden die Güterzüge mit Tempo 90 über die Strecke donnern. „Man wird aus dem Schlaf gerissen, das Haus wackelt“, beschreibt sie die Situation. Auch würden Fliesen brechen und sich Risse bilden. Schuld daran seien vier bis sechs Schlagstellen, die noch beseitigt werden müssten. Vor allem bei Ostwind sowie bei nasskalter und trüber Witterung sei auch der Lärm deutlich zu hören. Die Aussage der Deutschen Bahn, dass die Sanierung in Kleinensiel nun beendet sei, kann sie daher nicht akzeptieren: „Wir sind entsetzt“, sagt sie.
Wie angenehm es für alle sein könnte, an einem sanierten Streckenabschnitt zu wohnen, beschreibt Ludwig Uhse. Es sei im südlichen Bereich jetzt so leise, dass man die nahenden Züge kaum noch hören würde, sagt der Anwohner. Gleiches erhofft er sich nun auch für den nördlichen Abschnitt, an dem Familie Dwehues wohnt. Dort stünden Schweißnähte gut einen Millimeter hoch, so dass es nach seinen Worten noch mächtig knallt, wenn ein Zug darüber rollt.
Fehler im Gleisbett
Auf die „ganz enormen Fehler im Gleisbett“ hat auch Heiko Thaden, Mitglied des Verkehrsclubs Deutschland, bereits mehrfach hingewiesen. Er spricht von spröden und gebrochenen Schweißnähten, die er dem Eisenbahn-Bundesamt mitgeteilt hatte. Auch habe er darauf hingewiesen, dass die Strecke saniert werden müsste, damit die Nordwest-Bahn, die am 12. Dezember den Verkehr übernehme, die Fahrtzeiten einhalten könne. Die Trasse sei vor allem südlich ab Brake bis Bremen reparaturbedürftig. Die komplette Strecke von Nordenham bis Bremen zügig mit 90 Kilometern in der Stunde befahren zu können, trage zur Kundenzufriedenheit bei.
Von den Politikern fühlen sich die engagierten Bürger mittlerweile im Stich gelassen. Diese seien auf Schützenfesten präsent, in Kleinensiel ließen sie sich jedoch nicht mehr blicken. Und auch den Verlust der 1. Klasse in den Triebwagen der Nordwest-Bahn zu beklagen, finden sie nicht in Ordnung. In den meisten Ballungszentren führen die S-Bahnen – mit wenigen Ausnahmen – nur mit Abteils 2. Klasse. Daher könne man die Nordwest-Bahn nicht so scharf kritisieren. Das Festhalten an der 1. Klasse auf der Strecke Nordenham-Bremen sei nicht so wichtig, sagt Heiko Thaden.
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