RODENKIRCHEN, 20. Januar 2011


Nordwestbahn in der Kritik

Regio-S-Bahn Unmut über marode Bahnsteige und fehlerhafte Automaten


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Heiko Schwafert, Projektleiter der Nordwestbahn (2. von links), BILD: Ulrich Schlüter  Bild vergrößern

Projektleiter Heiko Schwafert stellte sich den Fragen. In den Zügen können jetzt Fahrkarten gelöst werden.

von Ulrich Schlüter

Rodenkirchen - Kritik hagelte es reichlich beim Informationsabend der Nordwestbahn und des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) am Dienstagabend in der Gaststätte Hülsmann. Vor allem die maroden und nicht auf Einstiegshöhe gebrachten Bahnsteige, die fehlerhaft funktionierenden Fahrscheinautomaten sowie das Verhalten des NWB-Personals in den Zügen sorgten für Unmut bei den rund 30 Teilnehmern. Sie beklagten, dass in den Triebwagen keine Fahrscheine gelöst werden können.


Eine gute Nachricht
Zumindest in einem Punkt konnte Heiko Schwafert, Projektleiter der Nordwestbahn, die Gemüter beruhigen. Die ersten Beschwerden seien ausgewertet worden. Seit dem 14. Januar sei in allen Zügen solange ein Notverkauf von Fahrkarten möglich, bis alle Fahrscheinautomaten fehlerfrei funktionierten. Der Notverkauf von Fahrscheinen in den Zügen würde auch für offensichtliche Fälle dauerhaft aufrechterhalten. Denn das Begleitpersonal werde mit Geräten ausgestattet, die sofort anzeigten, ob ein Fahrkartenautomat tatsächlich defekt sei oder nicht. „Wir werden sehr kulant mit den Dingen umgehen“, versprach Heiko Schwafert. Das war zumindest eine gute Nachricht für die NWB-Kunden an diesem Abend.

Die Nordwestbahn habe seit dem Start am 12. Dezember turbulente Tage hinter sich, merkte der Projektleiter an. Dazu zählte er vor allem die Situation an den Bahnsteigen. Das sei ein heiß diskutiertes Thema, doch die NWB sei dafür eigentlich nicht zuständig. Fahrzeuge würden jedoch Rampen mitführen, um den Höhenunterschied auszugleichen. Ab März seien alle Wagen mit sogenannten Faltrampen, die laut Heiko Thaden, Mitglied des VCD, aber nicht rutschfest sind, bestückt. Die Situation sei im Moment nicht zu ändern, so Heiko Schwafert.

Für mobilitätseingeschränkte Reisende gebe es ein Service-Telefon. Die früh genug informierten Mitarbeiter seien dann beim Ein- und Ausstieg behilflich, wenn die Gegebenheiten am Bahnsteig keinen ungehinderten Zugang zuließen, merkte der Projektleiter an. Einen Zeitplan, wann die Bahnsteige endlich saniert werden, konnte er nicht nennen.

Die technischen Probleme in den Zügen führte Heiko Schwafert auf die zu späte Zulassung der neuen Alstom-Triebwagen durch das Eisenbahn-Bundesamt zurück. Erfahrungen müssten nun im laufenden Betrieb gesammelt werden. Beschwerden hatte es auch wegen defekter Toiletten und fehlerhaft schließender Türen gegeben. Eine Teilnehmerin merkte an, dass sie am 17. Dezember in Türen eingeklemmt worden sei und von Rodenkirchen bis Kleinensiel mitfahren musste. Warum der Zug überhaupt angefahren ist, soll laut Heiko Schwafert nun geprüft werden. Bei den Fahrscheinautomaten handelt es sich nach seinen Worten um ein komplett neues System. Ein Vorlauf sei auch in diesem Fall nicht möglich gewesen.


Vom Winter kalt erwischt
Dass die Nordwestbahn vom Winter kalt erwischt worden sei, führte er ebenfalls an. Es seien aber nur zwei Prozent der Fahrten ausgefallen. Hauptsächlich seien eingefrorene Weichen und Signale Schuld daran gewesen.

Massive Klage wurde über Zugbegleiter geführt. „Wir sind fassungslos, was wir von Mitarbeitern der NWB erlebt haben. Viele arbeiten nicht kundengerecht“, sagte Heiko Thaden und empfahl Nachschulungen. Ferner wurde kritisiert, dass an Bahnhöfen keine Fernfahrkarten zu kaufen seien, Fahrplanauskünfte an den Automaten fehlten und die Fahrpläne auf dem Rodenkircher Bahnhof nicht beleuchtet seien. Heiko Schwafert versprach, sich darum zu kümmern.

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Die Regio-S-Bahn ist das erste elektrische Netz der im Jahr 2000 gegründeten Nordwestbahn mit Sitz in Osnabrück. Das Unternehmen ist seitdem ständig gewachsen. Zurzeit sind bei der NWB über 500 Mitarbeiter beschäftigt, 150 Arbeitsplätze wurden in der Region neu geschaffen.

Die Verbindung von Nordenham nach Bremen wird die NWB jetzt zehn Jahre lang betreiben, vor Ablauf wird die Strecke dann neu ausgeschrieben.

Die Nordwestbahn hat ein Service-Telefon unter der Nummer 01805/692246 für Lob, Kritik, Anregungen sowie mobil eingeschränkte Leute, die die NWB nutzen wollen, eingerichtet. 

Bundesweit gehören dem Verkehrsclub Deutschland rund 50 000 Mitglieder an, in Niedersachsen sind es 6500, sagte der VCD-Wesermarsch-Vorsitzende Volker Burmann. Der Verein befasst sich mit dem Bus- und Bahnverkehr und kümmert sich um die Kunden.

Die Regio-S-Bahn ist das erste elektrische Netz der im Jahr 2000 gegründeten Nordwestbahn mit Sitz in Osnabrück. Das Unternehmen ist seitdem ständig gewachsen. Zurzeit sind bei der NWB über 500 Mitarbeiter beschäftigt, 150 Arbeitsplätze wurden in der Region neu geschaffen.

Die Verbindung von Nordenham nach Bremen wird die NWB jetzt zehn Jahre lang betreiben, vor Ablauf wird die Strecke dann neu ausgeschrieben.

Die Nordwestbahn hat ein Service-Telefon unter der Nummer 01805/692246 für Lob, Kritik, Anregungen sowie mobil eingeschränkte Leute, die die NWB nutzen wollen, eingerichtet. 

Bundesweit gehören dem Verkehrsclub Deutschland rund 50 000 Mitglieder an, in Niedersachsen sind es 6500, wie der VCD-Vorsitzende Volker Burmann mitteilt. Der Verein befasst sich mit dem Bus- und Bahnverkehr und kümmert sich um die Kunden.






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