BREMEN, 9. März 2010


Dem Lachssterben auf der Spur

FILM Bremer ARD-Produktion zeigt Umweltkatastrophe in Chile und Norwegen


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Stoßen auf ihr fertiggestelltes Werk an: Arno Schumann (von links) und Wilfried Huismann sind die Autoren des Öko-Thrillers „Lachsfieber“. BILD: LANGKOWSKI  Bild vergrößern

IN „LACHSFIEBER“ KOMMEN FISCHER UND MITARBEITER DES LACHSMONOPOLISTEN „MARINE HARVEST“ ZU WORT. DIE DOKUMENTATION WIRD AM MITTWOCH AUSGESTRAHLT.

VON ILKA LANGKOWSKI

Bremen - Fünf Kilogramm Fisch braucht man, um ein Kilo Lachsfleisch zu erzeugen. Das erfuhren die Zuschauer bei der Vorpremiere der ARD-Produktion „Lachsfieber“ im Cinemaxx. 90 Prozent aller Fischfänge an Chiles Küsten werden zu Tierfutter verarbeitet – für die unzähligen Lachsfarmen.

„Wir machen das nur, um zu überleben“, sagt ein Fischer in die laufende Kamera. Er fängt im Humboldtstrom Sardinen für die Fischmehlfabrik. Damit zerstört er seine eigene Lebensgrundlage, denn die kleinen Fische samt Beifang werden immer weniger. Die Überfischung reißt ein Loch in die Nahrungskette des Meeres und zerstört das heimische Angebot auf den Märkten. Beeindruckend reihen sich in „Lachsfieber“ die Aussagen von Fischern, Tauchern und Angestellten des Lachsmonopolisten „Marine Harvest“ aneinander.

Die Autoren Wilfried Huismann aus Bremen und Arno Schumann schaffen jedenfalls über 45 Minuten ein Bild von der Umweltkatastrophe, die sich am anderen Ende der Welt durch die Zuchtlachse abspielt. 100 Millionen Lachse wachsen auf den Farmen in engen Käfigen auf. Mit enormen Mengen Futter und Tonnen von Antibiotika gelingt es, die Raubfische in Rekordzeit zu mästen.

Lachse seien nach Kupfer der größte Exportartikel des Landes, erzählen die Filmemacher. Im Gegensatz zu den streng kontrollierten Fischfarmen in Norwegen zeigt der Film miserable Arbeitsbedingen und schlechte Kontrollen in Chile. Die Fäkalien der eng beieinander liegenden Zuchtfarmen sinken auf den Meeresgrund und ersticken dort Tiere und Pflanzen.

Die Massentierhaltung führte 2008 zu einem gigantischen Lachssterben. Eine chilenische Bekannte hatte Schumann und Huismann von der Seuche erzählt. Die beiden reisten nach Chile und Norwegen.

Sie hefteten sich unter anderem an die Fersen des norwegischen Milliardärs und Finanzinvestors John Fredriksen. Er ist durch seine Firma „Marine Harvest“ zum weltgrößten Lachsproduzenten geworden.

Ein Interview bei der Umweltorganisation WWF (World Wide Fund For Nature) in Norwegen verrät dem Zuschauer, wieso „Marine Harvest“ mit dem WWF wirbt und wieso die Umweltschützer die über 100 000 Euro jährliche Unterstützung durch das Unternehmen als keinen Widerspruch zu ihrer Arbeit betrachten.

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Der für 150 000 Euro produzierte und durch die Gesellschaft Nordmedia geförderte Dokumentarfilm wird Mittwoch, um 23.30 Uhr im Ersten Programm der ARD gesendet.


 



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