BREMEN, 15. April 2011


Freies Beluga-Schiff auf Weg nach Kenia

Ermittlungen Bremer Polizisten wollen in Afrika Besatzungsmitglieder der „Nomination“ befragen


Der Schwergutfrachter war im Januar von somalischen Piraten entführt worden. Die Umstände sollen jetzt in Mombasa geklärt werden.

von Janet Binder

Bremen - Nach der Freilassung des im Januar entführten Schiffes „Beluga Nomination“ werden deutsche Ermittlungsbehörden ihre Arbeit in Kenia fortsetzen. Beamte der Bremer Polizei und des Bundeskriminalamtes werden sich auf den Weg nach Mombasa machen, sagte am Donnerstag der Sprecher der Bremer Staatsanwaltschaft, Frank Passade.

Dort werden das Schiff und seine Crew zu Beginn der nächsten Woche erwartet, wie der Sprecher der Beluga-Reederei, Klaus-Karl Becker, sagte. Zu Medienberichten, für die Freilassung sei ein Lösegeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar gezahlt worden, wollte Becker sich nicht äußern.


Neuland für Bremer Behörde
In Mombasa sollen die sieben Besatzungsmitglieder des Schwergutschiffes als Zeugen befragt werden, sagte Passade. Unklar sei bislang, in welchem psychischen Zustand sie sich befänden. Deshalb sei auch die Dauer der Befragung noch nicht abzuschätzen. Zudem wollen die Beamten an Bord des Schiffes Spuren sichern. Von den somalischen Piraten fehle bislang jede Spur. Erstmals in ihrer Geschichte müssen sich Bremer Ermittlungsbehörden mit dem Thema Piraterie beschäftigen.

In Kenia werden auch Betreuer von Beluga die Besatzung empfangen und in allen Belangen helfen, sagte Becker. Zudem werde das Unternehmen weiterhin die Behörden unterstützen, um die Aufarbeitung des Piratenangriffs bestmöglich voranzutreiben.


Schiff in gutem Zustand
Nach der Befragung durch die Behörden sollen die internationalen Besatzungsmitglieder nach Hause fliegen können. Keines von ihnen komme aus Deutschland, sagte der Sprecher des Beluga-Insolvenzverwalters, Christian Berg. Details über die Umstände der Entführung und die Freilassung der „Beluga Nomination“ wollte Beluga-Sprecher Becker nicht machen. Das Schiff sei aber offenbar in einem guten Zustand, so dass es vermutlich demnächst wieder für den Schwerguttransport eingesetzt werden könnte.

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Das Schiff war am 22. Januar im Indischen Ozean entführt und nach Haradhere (Somalia) gebracht worden. Bei einem missglückten Befreiungsversuch durch zwei Kriegsschiffe waren drei Seeleute und ein Pirat ums Leben gekommen. Zwei Crewmitglieder wurden von Entführern erschossen, ein Ingenieur ertrank, nachdem er über Bord gesprungen war. Zwei Besatzungsmitgliedern gelang die Flucht.






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