BREMEN, 10. Februar 2012


Ältester Mann Bremens feiert seinen Geburtstag

Menschen Alexander Beck wird 106 Jahre alt – Seit 1908 lebt der gebürtige Colmarer in der Hansestadt


von Viviane Reineking

Bremen - Zur Begrüßung lacht der alte Herr. Er freut sich, wenn sich jemand für sein Leben interessiert. Viel hat Alexander Beck zu sagen, der älteste Einwohner Bremens. Er wird bereits 106 Jahre alt.

In seiner Wohnung in der Osterholzer Egestorff-Stiftung sitzt der 1906 in Colmar geborene und seit dem zweiten Lebensjahr in Bremen lebende Alexander Beck im Rollstuhl. Nach einem Oberschenkelhalsbruch überstand er im Dezember eine „Operation auf Leben und Tod“, wie er selbst sagt. Zurückzukommen – schon einmal hat Beck es geschafft. Seit seinem Schlaganfall mit 98 Jahren führt er bereits „mein zweites Leben“. Bereits vorher war er erblindet, nun konnte er nicht mehr sprechen, war gelähmt. Doch ein inneres Wissen, wie er es nennt, sagte ihm: „Mit dem Sterben wird es noch nichts.“

Eine willkommene Abwechslung brachte das Kennenlernen mit Jeanette Wehner. Sie wollte ein Buch über das Außergewöhnliche im Leben schreiben. Wehner bezeichnet sich als Heilerin, arbeitet mit „höheren Kräften“.

Obwohl beide nicht immer die gleiche Denkweise teilen: Auch Beck hatte im Leben manches Mal das Gefühl, von einer höheren Kraft – von Gott – geleitet zu werden. Sein „Schutzengel“ bewahrte ihn gleich zweimal vor dem Kriegsdienst an der Front. Als man von seinem Beruf – Beck war Cellist und Cellolehrer – erfuhr, spielte er erst im Offizierscasino und später, im Winter 1944, für seine Kompanie in Dänemark.

Eineinhalb Jahre lang treffen sich Beck und Wehner regelmäßig. „Himmlische Gedankensplitter – Gespräche über Gott und das Leben, über Heilung, Tod und unsere Existenz danach“ lautet der Titel des knapp 300 Seiten starken Buches.

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Beck bezeichnet sich als gottgläubig, aber nicht als Christ. Die Kirche hält er für rückständig. Er sieht „Gott“ anders, nicht nur gütig und positiv. Angst vorm Sterben hat Beck nicht. Auf die Frage, was nach dem Tod geschieht, antwortet er: „Wir wissen es nicht. Das Wissen hat seine Grenzen, aber glauben können wir alles.“






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