DELMENHORST, 17. Juni 2010


Gesundheitsberufe: Bedarf an Fachkräften wird wachsen

Branchentreffen Wirtschaftsförderung lädt Akteure aus der Gesundheitswirtschaft der Metropolregion ein


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Privatdozent Dr. Josef Hilbert BILD: Torsten von Reeken  Bild vergrößern

von Wolfgang Bednarz

Delmenhorst - „Die Gesundheitswirtschaft wird eine Wachstumsbranche bleiben“, lautet die Überzeugung von Dr. Josef Hilbert. Der Sozialwissenschaftler, Privatdozent an der Medizinischen Fakultät der Ruhr-Universität Bochum, war Hauptreferent eines Branchentreffens von Akteuren der Gesundheitswirtschaft aus der Metropolregion Bremen-Oldenburg, zu der der Delmenhorster Wirtschaftsförderer Axel Langnau am Mittwoch ins Hanse Wissenschaftskolleg (HWK) eingeladen hatte. Im Mittelpunkt standen die Herausforderungen des demografischen Wandels. „Heute arbeiten bundesweit 5,5 Millionen Menschen in Gesundheitsberufen, davon haben 50 Prozent irgendetwas mit dem Alter zu tun. Es werden 6 bis 6,5 Millionen werden“, glaubt Hilbert. Lob findet der ausgewiesene Gesundheitswirtschafts-Experte für die in Ansätzen schon vorhandene regionale Vernetzung der Einrichtungen im Raum Bremen-Oldenburg bei der Geriatrie, der Gesundheitsprävention und der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum.

Aus der Praxis berichtete Dr. Maren Grautmann, Geschäftsführerin eines vor vier Jahren gegründeten Gesundheitswirtschafts-Netzwerks im Landkreis Osnabrück mit derzeit 45 Mitgliedern. „Man muss sich bei der Bildung eines Clusters anschauen, wo die besonderen Stärken liegen“, sagt sie.

Privatdozent Hilbert legt besonderen Wert auf die bestmögliche Unterstützung alter Menschen. Die sei im Sinne der Lebensqualität ambulant besser als stationär zu realisieren, wenn die Voraussetzungen stimmten – z.B. barrierefreies Bauen und die Nutzung neuer Kommunikationstechniken, etwa zur Fernüberwachung von Patienten durch den Hausarzt. „In beiden Bereichen findet man in der Region versierte Forscher und Entwicklungsprojekte.“

Wie neue Versorgungsstrukturen akzeptiert werden, sei eine Frage, die verschiedene Disziplinen interessieren würde, sagt HWK-Referent Wolfgang Stenzel.

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