Gedenktafel erinnert an das Leid der NS-Opfer vor Ort
Erinnerung Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde warnt vor Tolerierung rechtsradikaler Gruppierungen
Rabbinerin Alina Treiger, Dr. Norbert Boese und Pedro Beccera (von links) vor der neuen Gedenktafel am jüdischen Friedhof an der Syker Straße. BILD: Mechthild Voigt 
Delmenhorst - Eine Tafel mit den 68 Namen der jüdischen Delmenhorster Opfer des NS-Regimes haben der Vorsitzende des Freundes- und Förderkreises der Jüdischen Gemeinde, Dr. Norbert Boese und Gemeindevorsitzender Pedro Beccera Donnerstag auf dem jüdischen Friedhof an der Syker Straße der Öffentlichkeit übergeben. Dabei waren Rabbinerin Alina Treiger und rund 60 Vertreter der christlichen und muslimischen Gemeinden sowie der Parteien und Verwaltung mit Oberbürgermeister Patrick de La Lanne an der Spitze.
„Die Namen und Daten sind alles, was von der ehemaligen jüdischen Gemeinde übrig geblieben ist“ erinnerte die Rabbinerin. Auch 70 Jahre nach Kriegsende sei die Schoa (Holocaust) immer noch gegenwärtig. Für die Ruhe der Seelen der ermordeten Juden stimmte sie mit Gemeindemitgliedern ein Gebet an.
„Die Erinnerungskultur bleibt eine dauernde Verpflichtung“, mahnte zuvor Pedro Beccera. Mit deutlichen Worten prangerte er die Noch-Existenz rechtsradikaler Gruppierungen und Parteien wie der NPD an. Freier Raum für rechte Parteien sei auch freier Raum für rechtes Gedankengut. Unter Hinweis auf einen Oldenburger NPD-Ratsherrn forderte er: „Das sollte Warnung an alle sein, schnellstens über ein Verbot nachzudenken. Delmenhorst darf nie wieder ein Platz für Nazi-Gesinnung werden.“
„Bunt statt braun“ forderte Patrick de La Lanne und warnte: „Der braune Spuk ist noch nicht vorbei.“
Die Gedenktafeln sollen die Namen der ermordeten Juden wach halten und öffentlich machen, wünschte Dr. Norbert Boese. „In Scham und Demut stehen wir hier, wieder gutmachen können wir das Geschehene nicht.“
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