Eisdecke noch immer zu dünn
Kälte Gewässer weiter nicht freigegeben – Einige Bürger missachten Warnungen
Riskanter Spaziergang: Immer mehr Bürger wagen sich auf die Delmenhorster Gewässer, wie hier auf die Mili. Die Stadt warnt jedoch weiter vor dem Betreten der Eisflächen. Noch sei die erforderliche Dicke nicht erreicht. BILD: Sebastian Schult 
von Sebastian Schult
Delmenhorst - Zweistellige Minusgrade, schneidender Wind und überall der Blick in verfrorene, halbvermummte Gesichter: Meteorologisch liegt Deutschland seit mehr als einer Woche in Sibirien. Immer mehr Delmenhorster trauen sich deshalb auf die scheinbar dick mit Eis beschichteten Gewässer. Ein trügerischer Anblick.
Denn so vertrauenserweckend diese Eisdecken auch aussehen: Die Stadt warnt weiter davor, sie zu betreten. „Dadurch begibt man sich in Schwierigkeiten“, betonte Stadtsprecher Timo Frers am Dienstag – und sieht sich durch ein Fallbeispiel bestätigt. Erst am vergangenen Montag brach eine 53 Jahre alte Oldenburgerin in der Hunte ein, weil sie ihrem Hund aufs Eis gefolgt war. In Delmenhorst ereigneten sich Vorfälle wie dieser zwar noch nicht. Bereits vor einigen Tagen betraten jedoch die ersten Bürger Graftwiesen und Mili.
Einige ignorierten sogar das bedrohliche Knirschen der Eisdecke unter ihren Füßen – und wagten sich weit auf die Gewässer hinaus. Obwohl Messungen des städtischen Baubetriebs in Delmenhorst auch am Dienstag noch zu dem Ergebnis führten: Das Eis ist an einigen Stellen zu dünn. Auf der Außengraft müsste es mindestens 14 Zentimeter dick sein, auf dem Hasportsee sogar 18, teilte Frers mit.
Um verlässliche Angaben über die Eisdecke zu erhalten, bohren die Mitarbeiter des städtischen Baubetriebs Löcher in Mili, Hasportsee, Außengraft und Wolleparksee. Auch für sie keine ungefährliche Aufgabe. Deshalb sind die Mitarbeiter dabei grundsätzlich zu zweit, betonte der Stadtsprecher.
Die nächsten Messungen sind bereits für diesen Mittwoch angesetzt.
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