Zeitung schlägt das Internet
NACHWUCHSFÖRDERUNG Media Markt Wechloy beteiligt sich an „pro Azubi“
Sind nicht blöd: Die Azubis bei Media Markt Wechloy beteiligen sich an „pro Azubi“. Uwe Mork, Leiter des Privatkundenbereichs (hinten, 3. von links), und NWZ-Auszubildende Kristin Bollenberg (hinten, Mitte) stellten das Projekt vor. BILD: VON REEKEN 
„Pro Azubi“ steht für bildung
„Pro Azubi“ ist ein Lese-Förderprogramm, das die NWZ im vergangenen September initiiert hat. Ein Jahr lang spendieren die teilnehmenden Unternehmen ihren Auszubildenden die Nordwest-Zeitung. Damit sollen diese die Chance haben, ihre Allgemeinbildung zu verbessern. Die Teilnahme ist freiwillig.
Zeitungslektüre ist dabei nicht alles. Alle zwei Wochen können die Azubis bei einem Online-Quiz mitmachen, das Ereignisse aus den vergangenen zwei Wochen abfragt. Einmal im Quartal erhalten die Ausbilder eine anonyme Zusammenfassung der Resultate, um sich ein Bild über den Fortschritt machen zu können.
Ein Jahr lang bezahlt das Unternehmen seinen Azubis die NWZ. Damit sollen sie ihr Allgemeinwissen und ihre Schulnoten verbessern.
Von Elena Grawe
Oldenburg Sie ist ultraflach, mit Riesen-Display und man kann sie mit der Knick-und-Push-Technik ganz leicht in der Tasche verschwinden lassen: die Tageszeitung. „Es ist immer eine Frage des Blickwinkels, wie modern die Zeitung ist“, meint Uwe Mork, Leiter des Privatkundenbereichs bei der NWZ. Doch neben diesen technischen Finessen macht die Zeitung vor allem eins: Sie bildet. Das finden auch die Verantwortlichen bei Media Markt. Die Filiale in Wechloy beteiligt sich an der NWZ-Aktion „pro Azubi – Nutze deine Zeit(ung)“. Ein Jahr lang bezahlt sie ihren neun angehenden Einzelhandelskaufleuten ein Abonnement der NWZ. Zeitung per
Flatrate also.
Dass die Tageszeitung alles andere als ein Medium von vorgestern ist, hat schon der Sketch bewiesen, den Uwe Mork zu Beginn seiner Präsentation im Media Markt am Dienstag gezeigt hat. Display hin, Flachbildschirm her – das gedruckte Blatt kann mit jedem technologischen Wunderwerk mithalten.
Zeitung verdoppelt Wissen
Und das hat Vorteile, sagt Mork. „Die Tageszeitung zeichnet sich dadurch aus, dass ich viele Infos erfahre, die am Wegrand auftauchen und nach denen ich im Internet gar nicht gesucht hätte.“
Dass es vielerorts mit dem Allgemeinwissen hapert, wissen viele Ausbildungsbetriebe nicht erst seit Pisa. Eine Studie der Universität Koblenz/Landau hat jedoch gezeigt, dass regelmäßiges Zeitunglesen das Allgemeinwissen stark verbessert – nach einem halben Jahr sogar fast verdoppelt. Dies war auch Grund für Media Markt, sich am Förderprogramm „pro Azubi“ zu beteiligen, das von Auszubildenden der NWZ mit ins Leben gerufen worden war.
Kommunikation profitiert
„Wir erhoffen uns davon, dass sich durch das Allgemeinwissen auch die Prüfungsergebnisse in der Berufsschule verbessern“, sagt Judith Friebel vom Bereich Personalentwicklung. Ausbilderin Carmen Felsmann hofft, dass von der regelmäßigen Zeitungslektüre auch die Kommunikation mit den Kunden profitiert: besserer Ausdruck und vor allem mehr Anknüpfungspunkte im Gespräch – wer mehr weiß, kann mehr einbringen.
Nadine Buschmeier, Auszubildende im zweiten Lehrjahr, gehört zu den Neu-Abonnenten. „Ich finde es gut, dass sich der Chef für uns einsetzt und wir die Chance haben, unser Allgemeinwissen zu verbessern“, erklärt sie, warum sie sich bei „pro Azubi“ eingetragen hat. Jetzt hat sie jeden Morgen die Zeitung zum Frühstück auf den Tisch. Blöd ist das nicht.
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