Größtes China-Projekt geplatzt

Wirtschaft Keine ökologische Siedlung in Huaxi – Unternehmer verärgert


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Unzuverlässige Partner: Die Stadt Huaxi verwirklichte die gemeinsamen Pläne mit Oldenburg nicht – trotz gemeinsamer Präsentation von OB Schwandner und Huaxis Parteichefin Guiyun Zhu (kleines Bild) vor einem Jahr. BILD: Stadt Oldenburg  Bild vergrößern

Vor einem Jahr hatte OB Schwandner die Verträge unterzeichnet. Nichts von den großen Plänen wurde Wirklichkeit.

von Thorsten Kuchta

Oldenburg - Eine Öko-Stadt sollte in der chinesischen Stadt Huaxi entstehen, ein Vorzeigeprojekt für die Expo 2010 in Shanghai – und Oldenburger Unternehmer sollten dafür Planung und Know-how liefern. So kündigte es Oberbürgermeister Gerd Schwandner im März 2009 an. Mit großem Zeremoniell wurden dafür in China Vereinbarungen zwischen Oldenburg und Huaxi und der kommunistischen Partei unterzeichnet.

Es hat alles nichts genützt. Keiner der beteiligten Unternehmer hat einen Auftrag aus Huaxi erhalten. Auch die Zusammenarbeit der Uni mit Partnern aus der Provinz Guizhou, die weiteren Oldenburger Firmen zu Aufträgen verhelfen sollte – Fehlanzeige.

Nach offiziellen Angaben der Stadt scheiterte das gesamte Projekt an der Finanzierung. Nach dem Eindruck von Beteiligten suchten die Chinesen auch eher Finanziers – in Verhandlungen sei immer wieder die Frage gestellt worden, wann und wie Oldenburg in die „Öko-City“ investieren wolle. Offenbar gab es Übersetzungsfehler in den Verträgen. Absicht oder Versehen? Das ist offen.

Bei den Unternehmen schwankt die Stimmung zwischen Wut und Ernüchterung. In den Hochschulen setzt man nun auf Kontakte mit anderen chinesischen Partnern.   

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11.03.2010
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Leserkommentare (5)
O33518
- 15.03.2010 19:50 Uhr
Bei dem im März 2009 großspurig angekündigten Großprojekt in China vom OB Schwandner kamen große Zweifel auf. Dieses legte ich damals schon in meinem Leserbrief dar. Nur der OB wollte seine verrannten Ideen nicht erkennen. Hier wurde vom Herrn Schwandner viel Geld der Stadt Oldenburg zum Fenster hinaus geworfen. Außer Spesen nichts gewesen.. Selbst ein interessierter Unternehmer hatte den Eindruck, und argwöhnte, das die Chinesen nur Know-how abgreifen wollten. Obwohl er die chinesische Übersetzerin beschäftigt und diese vermutlich dabei war, war der Inhalt der Veträge nicht richtig bekannt. Laut Zeitungsbericht äußert sich der OB nicht einmal zu diesem Desaster. Die beteiligten Unternehmer sitzen nun auf ihren Kosten. Das die chinesischen Partner an Forschung und Entwicklungen in Oldenburg und ja in ganz Deutschland interessiert sind, und auch nicht immer mit legalen Mitteln erhalten wollen, beweisen auch von vielen Instituten und staatlichen Stellen herausgebrachten Puplikationen. Nur der OB Schwandner weiß anscheinend davon nichts. Bei den Schloßhöfen ( ECE ) mußte erst die IHK den rechten Weg weisen und beim Parkhaus Amalienstraße machte Ihm das Gericht seine Grenzen klar. Am Wall machte er die Broweleit-Immobilien zur Chefsache. Nichts ist mehr davon zu hören. Wann wird der Stadtrat der Geldverschwendung des OB ein Ende setzen und auf verwertbare Erfolge pochen?.
kalutara6
- 12.03.2010 22:32 Uhr
Zitat KaiN:Was kostet uns (Oldenburg) der Spaß eigentlich?

Nicht so viel wie die "Stadt der Wissenschaft" - ebenso ein teurer Spaß mit höchst fragwürdigem Ergebnis!
eddy67
- 11.03.2010 20:39 Uhr
Ohje wie konnte das denn nun passieren. Mit solch einem Ausgang konnte im Vorfeld nun wirklich niemand rechnen. Gerade die Chinesen sind doch in der Vergangenheit immer der Westlichen Technologie aufgeschlossen gewesen, auch wenn Sie vieleicht das ein oder andere Patend verletzt haben. Warscheinlich brauchten sie von dem Oldenburger Langnasen auch nur ein wenig inspiration um ihr Vorhaben nach den Plänen der Wissenschaftsstadt im nachhinein doch noch ( nur halt günstiger ) zu verwirklichen.
KaiN
- 11.03.2010 14:38 Uhr
Was kostet uns (Oldenburg) der Spaß eigentlich?
Kohlkönig
- 11.03.2010 08:51 Uhr
Es hätte überrascht, wenn sich die Chinesen als seriöse Geschäftspartner auf Augenhöhe herausgestellt hätten. Offenbar war Schwandner, der in der überregionalen Presse schon als "Blender" bezeichnet worden ist, dem Bild von der eigenen Wichtigkeit erlegen und verwechselte seine Sprech- und Denkblasen mit der Realität. Angesichts des heute nachzulesenden Berichtes über das China- Desaster wirken die blumigen Sprüche unseres OBs (Kolumne Dez. 2008) wie aus dem Munde eines Scharlatans, über die man nur noch lachen kann: "Die China-Initiative ist vorbildlich für moderne internationale Partnerschaften, die für beide Seiten etwas bringen. Viele Städte in Deutschland schauen hierher zu uns, um von uns zu lernen. Oldenburg positioniert sich mit der Initiative als innovative und internationale Stadt." Das hat man davon, wenn man einen Marketing- Experten zum Leiter der Verwaltung macht. Teurer Nonsense !
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