OLDENBURG, 11. März 2010


Weg ins Schulpraktikum nicht so leicht

Berufsorientierung Schüler bitten um Rücksendung der Unterlagen – Telefonat im Vorfeld sinnvoll


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Anschreiben, Lebenslauf, Zeugnis: Für die Bewerbung sind keine Romane notwendig. BILD: dpa  Bild vergrößern

Die Zahl der geforderten Schülerpraktika wächst. Die Praktika sind eine Herausforderung für Schüler und Betriebe.

von Karsten Röhr

Oldenburg - Die 17-jährige Schülerin der BBS Haarentor hatte sich viel Mühe gegeben mit ihrer Praktikumsbewerbung im Bereich Bürokauffrau bei einem Handelsunternehmen in der Stadt – wie heute meistens üblich mit Lebenslauf, Anschreiben und Foto in einer entsprechenden Mappe. Die Unterlagen brachte sie persönlich vorbei.

Als sie zwei Wochen später nachfragte, wurde ihr nur mitgeteilt, dass Bewerbungsunterlagen „grundsätzlich nicht zurückgeschickt werden, da dies für das Unternehmen zu teuer wäre“, berichtet die Mutter. Als sie zwei Wochen später noch einmal nachfragte, waren die Unterlagen nicht mehr aufzufinden. Die Mutter sagt: „Ich habe Verständnis dafür, dass die Firmen, die sicherlich sehr viele Bewerbungen und Praktikumsanfragen bearbeiten müssen, nicht alle Unterlagen zurücksenden können. Ein kurzer Anruf, es wird nichts mit dem Praktikumsplatz und die Bitte, die Unterlagen abzuholen, ist aber doch nicht zu viel verlangt“, findet sie.

So sieht es auch Johannes Reichelt, Personalchef bei der LzO: „Die Bewerbungsunterlagen bleiben Eigentum des Bewerbers. Stil unseres Hauses ist: Keine Bewerbung bleibt unbeantwortet, die Unterlagen erhält man innerhalb weniger Tage zurück.“ Die LzO hat pro Jahr bis zu 250 ein- bis vierwöchige Schüler-Ferienpraktika sowie 300 Berufsfindungspraktika in der Schulzeit.

Der Personalchef hat auch gleich einen Tipp fürs Anschreiben: „In der Selbstdarstellung nicht fantasiemäßig übertreiben, sondern einfach ehrlich und nüchtern formulieren, warum man sich für diesen Beruf interessiert.“ Außerdem müssten Rechtschreibung und Grammatik unbedingt richtig sein.

Eine Ausnahme gelte für die Behandlung von Initiativ- oder Blindbewerbungen, die dem Betrieb „gewissermaßen überlassen werden“, so Friedrich-Wilhelm Fimmen, Sprecher der Handwerkskammer.

Deshalb empfiehlt Ludger Wester, Projektleiter IHK-Ausbildungspakt, vorher einen Anruf bei dem Unternehmen. Manche Unternehmen verlangten dann auch nur eine E-Mail-Bewerbung.

Wegen der geänderten Erlasslage nähmen die Schülerpraktika zu, sagt Wester. Die Unternehmen stünden dem aber „offen und positiv gegenüber, wenn das in den normalen Ablauf passt“. Ein erfolgreiches Praktikum könne die Chancen auf einen späteren Ausbildungsplatz enorm erhöhen und diene auch dem Unternehmen. Auch ein späterer Ausbildungsabbruch werde so unwahrscheinlicher.

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Ilka Bornhorst, Personalreferentin bei Büfa, kooperiert direkt mit Schulen, um den richtigen Schüler auf den richtigen Praktikumsplatz in einem der zahlreichen Bereiche zu bringen.

Wer den Platz dann hat, ist aber weiter gefordert. Ilka Bornhorst: „Neben Grundformen des guten Benehmens geht es auch um Eigeninitiative; auf keinen Fall rumschlurfen mit Händen in den Taschen und sich berieseln lassen, sondern zeigen, dass man sich dafür interessiert.“




 



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