OLDENBURG, 17. März 2010


Oldenburg: Bildungsministerin steht hinterm Herd

Besuch Kohlkönigin Schavan kocht mit Kindern – Versprechen aus ihrer Antrittsrede eingelöst


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Fleißige Köche: Kohlkönigin Schavan (rechts) bewies sich als Grünkohl-Köchin. Unterstützt wurde sie dabei nicht nur von OB Gerd Schwandner (2. von rechts), sondern auch von den Kindern aus der Kita Kennedystraße. BILD: Torsten von Reeken  Bild vergrößern

Es war ihre letzte Amtshandlung. Montag übergibt sie die Königswürden an ihren Nachfolger.

von Elena Grawe

Oldenburg - Erwin Abel konnte es selbst kaum glauben. „Ich wusste gar nicht, dass so viele Menschen in die Küche passen“, lachte der Inhaber des Bümmersteder Krugs. In der Tat, das Gedränge am Dienstagnachmittag war groß. Kohlkönigin (und Bundesbildungsministerin) Annette Schavan versuchte sich als Köchin am Oldenburger Grünkohl – und dabei hatte sie tatkräftige Unterstützung. Elf Kinder der Kindertagesstätte Kennedystraße schnibbelten fleißig Zwiebeln oder würzten mit Senf und Piment. OB Gerd Schwandner hatte ein wachsames Auge.

Für Schavan war es die letzte Amtshandlung als Kohlkönigin – am kommenden Montag übergibt sie das Amt an Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg. Schon bei ihrer Antrittsrede im Januar 2009 hatte sie angekündigt, mit Oldenburger Kindern Kohl kochen zu wollen. „Weil etwas, das zur Tradition einer Stadt gehört, auch an die nächste Generation weitergegeben werden soll“, erklärte Ihre Majestät. Doch die Oldenburger hatten ihre Hausaufgaben gemacht. „Die Kinder kennen Grünkohl und die meisten mögen ihn“, bescheinigte Schavan den kleinen Nachwuchsköchen. Wie Lisa-Marie zum Beispiel. Die Siebenjährige saß nach dem Kochen als Erste am Tisch und wog abschätzend den Kopf. „Doch, das schmeckt“, urteilte sie schließlich. Dabei hatten die Mitarbeiter des Bümmersteder Krugs ein bisschen mogeln müssen – guter Kohl braucht schließlich Stunden. Serviert wurde deswegen das, was schon im Vorfeld vorbereitet worden war.

Dass an diesem Tag eine echte Bundesbildungsministerin den Kochlöffel schwang, war den Kindern übrigens nicht ganz bewusst. Ist ja auch klar – schließlich zählen hohe Würden viel mehr. Auf die Frage nach dem Beruf der Ministerin wussten Lisa-Marie und Felix deshalb auch die richtige Antwort: „Die ist Kohlkönigin.“

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