OLDENBURG, 17. März 2010


DNA-Spezialist belastet Angeklagten

Taxifahrermord Spuren von Micky M. an Tatwaffe und Kleidung festgestellt


Mehrere Polizisten sagten in der Verhandlung aus. Sie berichteten von ihren Ermittlungsergebnissen.

Von Rainer Dehmer

Oldenburg - Für Micky M. wird es immer enger: Ein DNA-Spezialist des Landeskriminalamtes (LKA) in Hannover hat den wegen Mordes an einem Oldenburger Taxifahrer angeklagten 20-Jährigen am Dienstag vor dem Landgericht schwer belastet. Die am Tatmesser gefundenen Spuren ließen sich dem Angeklagten zuordnen, sagte der Sachverständige. Statistisch gesehen erfülle nur einer unter 47 Milliarden Menschen diesen Befund.


Blutspur am Messer
Nach Aussage des DNA-Analytikers befand sich an dem 23 Zentimeter langen Messer eine Mischspur mit Merkmalen von zwei Menschen. In einem Fall habe es sich um das Blut des getöteten Taxifahrers Erhard P. gehandelt. Die zweite Spur stimme nach dem Ergebnis der molekularbiologischen Untersuchung mit dem Gen-Material von M. überein.

Überdies konnte der LKA-Mitarbeiter eigenen Angaben zufolge auch Spuren des Angeklagten an einem roten Sweatshirt und an einer beigefarbenen Strickmütze nachweisen. Diese Kleidungsstücke hatte die Polizei nach Hinweisen von Anwohnern in Tatortnähe sichergestellt.


Suchhund aus Nürnberg
Die Ermittler gehen davon aus, dass der Täter zu Fuß vom Tatort („Weg zur Schwimmenden Insel“) geflohen war. Um den Fluchtweg zu rekonstruieren, hatte ein speziell ausgebildeter Personensuchhund der Nürnberger Polizei zwei Tage nach der Tat seinen Einsatz in Oldenburg. Nachdem der Hund an der Tatwaffe gerochen hatte, führte er die Beamten über die Elsflether Straße hinweg zu Schafsweiden und dann weiter Richtung Innenstadt. Nach acht Kilometern sei das Tier abrupt beim Klärwerk stehengeblieben, berichtete der Hundeführer. Eine Erklärung dafür hatte er nicht.

Bekannt wurden am Dienstag auch Ergebnisse der Durchsuchung beim Angeklagten. In seinem Zimmer entdeckte die Polizei 15 Messer, ein Skalpell, ein Samurai-Schwert sowie eine leere Messerscheide, in die die Tatwaffe passe. Ein Computerspezialist der Polizei berichtete, dass der Angeklagte am Abend des Tattages mit den Suchbegriffen „Oldenburg“ und „News“ im Internet nach Artikeln gesucht hatte. Bei der Auswertung von M.’s Netbook sei auch ein Abschiedsbrief gefunden worden.

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