Motor röhrt nur im Zigarettenanzünder

Schau 14 000 Besucher kommen zur Automesse in Weser-Ems-Halle – Umwelt für viele ein Trend


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Hingucker: Sportflitzer zogen viele Blicke und das Interesse des Publikums auf sich. BILD: Hauke Dittrich  Bild vergrößern

Die Ausstellung meldet sich zurück. Die Alternativen zum Benziner waren Gesprächsthema.

von Patrick Buck

Oldenburg - Willkommen zurück: Nachdem sie im vergangenen Jahr ausgefallen war, feierte am Wochenende die Automesse in der Weser-Ems-Halle ein erfolgreiches kleines Comeback. Rund 14 000 Besucher bestaunten alle Klassen von 30 verschiedenen Automarken. „Es war ein sehr positives Wochenende“, meinte Veranstalter Reinke Haar. „Wir hatten volle Hallen, und alle wichtigen Händler der Region waren dabei.“ Als sehr gutes Zeichen wertete er den Besuch von Toshiaki Yasuda, dem Deutschland-Chef von Toyota. „Das bedeutet, dass sich die Oldenburger Messe herumgesprochen hat“, so Haar.

Auch die Händler waren froh, ihre besten Stücke wieder in einem regionalen Schaufenster präsentieren zu können. „Wir haben uns über die Rückkehr der Messe gefreut“, sagte Andreas Lange vom Autohaus Rosier. Inwieweit sie einen Schub bei den Verkäufen bringe, zeige sich aber erst später. „Die meisten Besucher kommen zunächst zum Gucken und Vergleichen.“

Was die Neugierigen sahen, waren Autos in allen Größen, Formen und Farben, darunter sowohl altbewährte Klassiker wie auch einige Deutschlandpremieren. Natürlich war alles auf Hochglanz poliert, doch wer aufpasste, entdeckte hier und da ungewohnten matten Lack – vielleicht durchaus als kleinen Fingerzeig auf einen kommenden Trend.

Nicht mehr nur Mode sondern Standard an allen Ständen waren die Verbrauchs- und Schadstoffangaben der Fahrzeuge. Denn der Autokäufer kann inzwischen CO2-Werte fast genauso schnell herunterbeten wie PS-Zahlen. Benzinfahrzeuge prägten zwar noch das Bild auf der Messe, doch Alternativen waren Gesprächsthema. „Wahrscheinlich wird es viel mehr Hybridautos geben“, meinte der 20-jährige Stefan Essmann, sprach sich aber dafür aus, dass der Benzinmotor immer Teil der Fahrzeuge bleiben solle – aus einem ganz besonderen Grund: „Ein Auto ohne Motorsound ist kein richtiges Auto.“

In den Hallen 5 und 6 fühlte er sich daher vermutlich am wohlsten. Hier wechselte sich das Brummen der Kartbahn mit dem gelegentlichen kräftigen Röhren eines knallroten Ferrari ab. Die Menschentraube, die sich bei diesen Showvorführungen bildete, zeigte, dass das Ohr beim Autokauf tatsächlich oft mit entscheidet.

Mehr fürs Auge gedacht war der Besuch von Miss Germany Anne Julia Hagen. Sie ist bekennender Autofan und berichtete von ihrem Hybridwagen, den sie dank ihres Titelgewinns fahren darf. „Man steht an der Ampel und denkt, man hat den Motor abgewürgt, aber er ist nur so leise“, erzählte sie fasziniert.

Wem dieser Bericht nicht ganz geheuer war, fand beim Stöbern an den Zubehör-Ständen Abhilfe für dieses Problem: einen Motorengeräusch-Simulator für den Zigarettenanzünder.

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22.03.2010
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Leserkommentare (1)
kalutara6
- 22.03.2010 09:26 Uhr
14 000 mit Testosteron vollgepumpte Besucher, eine leibhaftige Miss Germany (bekennender Autofan, na klar), ein dröhnender Ferrari und ein Motorengeräusch-Simulator für den Zigarettenanzünder (Werbetext: "Lass dein Auto aufheulen wie einen heißen Sportwagen! Ein erhöhter Testosteronspiegel ist ein Zeichen von Erregung – und 100 % der Frauen hatten einen erhöhten Testosteronspiegel, nachdem sie den Maserati gehört hatten") - da vermisst man höchstens noch einen Infostand mit Angeboten für eine Penisvergrößerung und dem Verkauf von Gummipuppen.

Willkommen in der ach so fortschrittlichen, wissenschaftlichen Autostadt Oldenburg!
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