Gerechtigkeit auf Tagesordnung
Olmun 2010 Schüler simulieren UN-Konferenz – So viele Teilnehmer wie nie
von Elena Grawe
Oldenburg - Anzug statt Jeans und T-Shirt, Blazer statt sommerlichem Top: Wenn sich vom 31. Mai bis zum 3. Juni Hunderte von Schülerinnen und Schülern zur Oldenburg Model United Nations Conference (Olmun) treffen, soll das Ambiente stimmen. Sie simulieren in der Weser-Ems-Halle Verhandlungen und Konferenzen der UN, der Vereinten Nationen. Und da sind ausgetretene Turnschuhe nun einmal fehl am Platz.
Zum zehnten Mal findet die Olmun in diesem Jahr statt. „Es sind mehr Anmeldungen als jemals zuvor“, freut sich Fabian Wiesenäcker, als Präsident der Generalversammlung gleichzeitig mit im Organisationsteam. 600 Delegierte nähmen teil, dazu kämen Mitarbeiter und Helfer, so dass 2010 zum ersten Mal die 700-Teilnehmer-Grenze geknackt werde.
Das Leitmotto in diesem Jahr heißt „A Decade for New Justice“ – ein Jahrzehnt für eine neue Gerechtigkeit. „Die Idee ist gemeinsam entstanden“, erklärt der 19-jährige Abiturient vom Herbartgymnasium. „Wir haben geguckt, was in der Politik aktuelles Thema ist.“ Finanzkrise oder Ungleichheiten zwischen Erster und Dritter Welt – da sei man schnell auf das Motto gekommen.
In Gremien greifen die Jugendlichen aus den verschiedenen Nationen (u.a. Indien, USA, Weißrussland, Tschechien, Schweiz, Ungarn) das Leitmotto auf unterschiedliche Art und Weise auf. Diskutiert wird über die alternde Gesellschaft, die Entsorgung atomaren Mülls oder Strategien zur Umsiedlung der Menschen aufgrund des steigenden Meeresspiegels. Ziel: Lösungsansätze zu entwickeln – und natürlich Gleichgesinnte mit ähnlichen Interessen zu finden, für sich zu gewinnen und Kooperationen einzugehen. Eben Politik zu machen.
Die Länder, deren Positionen die Schüler einnehmen, werden im Vorfeld zugeteilt. Danach heißt es, sich bis zur Olmun über Geschichte, Kultur, Tradition und Politik des jeweiligen Landes schlau zu machen und eine Meinung zu den Fragestellungen zu entwickeln.
Viele der Jugendlichen sind schon Profis – so wie Wiesenäcker zum Beispiel. „Ich bin jetzt zum vierten oder fünften Mal dabei“, sagt er. Für ihn sei die Olmun wertvoll – allein schon, weil Englisch während der vier Tage die Konferenzsprache sei. „Als ich damit angefangen habe, war Englisch für mich überhaupt nicht wichtig“, erinnert er sich. Mittlerweile wisse er, welchen Wert die Fremdsprache fürs Leben habe.
Zu viel ernsthafte Diskussionen müssen trotzdem nicht sein. Schließlich handelt es sich um eine Jubiläumskonferenz. Geburtstagstorte und Feuerwerk sind bereits geplant.
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