Auf der Spur deportierter Kinder
Geschichte Hundert Jugendliche fahren im „Zug der Erinnerung“ nach Auschwitz
Schüler am Ort des Schreckens: Geführt wurden sie auch durch das Stammlager und das Lager Birkenau. BILD: Rosenfeld 
von Karsten Röhr
Oldenburg - Für Lydia Hopp (16) vom Gymnasium Eversten war es „eine der letzten Chancen, um mit Zeitzeugen zu sprechen“. Mit hundert Jugendlichen aus ganz Deutschland, davon zehn Schülern des GEO und drei der IGS Helene-Lange-Schule, hat die Oberstufenschülerin am „Zug der Erinnerung“ teilgenommen – einer einwöchigen Fahrt von Berlin zur Gedenkstätte Auschwitz in Polen. Die Schüler gedachten der deportierten Kinder und Jugendlichen aus Deutschland und Europa und gingen den Spuren der Deportierten nach – auch bis zum Krematorium, „dessen Grauen in großer Diskrepanz zu der schönen, stillen Natur rundherum steht“, fand Jonas Claussen (15) von der Helene-Lange-Schule.
Durch die lange Zeit vor Ort, die Führungen, Workshops, Gespräche und den Austausch „war es ganz anders als theoretischer Geschichtsunterricht“, sagt Lydia Hopp. Auch GEO-Lehrer Ulf Rosenfeld sagt: „Solch eine Annäherung ist im Unterricht nicht möglich.“
Besonders beeindruckt haben Lydias Mitschülerin Janna Grabowski (17) die Gespräche mit den Zeitzeugen: „Sie hatten gar keinen Hass mehr. Sie wollten nur, dass das nicht wieder passiert und dass wir Frieden haben.“
Andersherum beeindruckte das Interesse der Jugendlichen auch die ehemaligen Auschwitz-Häftlinge. „Sie haben gesagt, dass sie das in Israel erzählen werden“, sagt Janna. Das Treffen habe ihnen „Ruhe und Kraft gegeben“.
Für die Schüler hat die intensive Woche in Auschwitz auch Auswirkungen auf ihren Alltag. Lydia sagt: „Ich sehe einige Dinge jetzt anders: wie gut wir leben zum Beispiel. Und ich bin sensibler für Diskriminierungen geworden.“
Die Schüler, die Kameras von O1 dabei hatten, berichten vor den Sommerferien öffentlich von der Reise.
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