Nachwuchsforscher gewinnen Wettbewerb
Übermorgenviertel AG des Neuen Gymnasiums untersucht Solarenergie-Nutzung in Bürgerfelde
von Jan zur Brügge
Bürgerfelde - Große Auszeichnung für Schüler des Neuen Gymnasiums: Die Arbeitsgemeinschaft Naturwissenschaften und Erde des NGO hat sich mit einem Projekt zur Solarenergie bei dem bundesweiten Schülerwettbewerb „Clever mit Energie umgehen“ den ersten Platz gesichert. Als Belohnung für ihre Forschungsarbeiten wurden sie nun für den 16. bis 20. August ins geoinformatische Sommercamp 2010 im Nationalpark Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer eingeladen.
GPS-Untersuchungen
„Die Vorfreude ist bei allen beteiligten groß“, erzählt Chemie- und Physiklehrer Bernhard Sturm, der das Projekt mit begleitet hat. Die Schüler erforschen in Rantum auf Sylt, betreut von Nationalparkmitarbeitern und Geoinformatikern, die Umgebung des Nationalparks mit GPS-Geräten und werten die Daten mit computergestützten Programmen aus und stellen sie in Karten dar. „Die gesammelten Erfahrungen werden von den Schülern wie den Lehrkräften in Fächern wie Erdkunde, Informatik, Mathematik, Physik, aber auch Politik im Anschluss sicherlich Gewinn bringend genutzt werden können“, so Sturm.
Ende 2009 hatte die AG von dem Wettbewerb der Firma ESRI-Geoinformatik erfahren. „Es ging darum, unter Nutzung von Geoinformationssystemen ein eigenes Thema aus dem Bereich der Energie zu bearbeiten“, erläutert Sturm. Schnell kam die Gruppe mit ihm und Referendarin Anna Feislachen auf die Idee, parallel zu Planungen für eine Photovoltaikanlage auf dem Schulzentrum Alexanderstraße den Bestand der Solaranlagen in der Umgebung des NGO zu untersuchen.
Grundlagen ausgearbeitet
Die Siebt- und Achtklässler setzten sich zudem das Ziel, eine Prognose für die Nutzung der Solarenergie im „Übermorgenviertel Oldenburg-Bürgerfelde 2020“ zu erstellen. Bei der Erarbeitung der Grundlagen beschäftigten sich Sergen Tanimaz und Silas El-Kaakour mit der Frage, welche Argumente für und gegen die Errichtung einer Dachsolaranlage sprechen. Jan Strohmeier und Leo Weinkauf untersuchten, welche Arten von Anlagen es gibt. Wie diese auf welchen Dächern montiert werden, damit befasste sich Alexey Terentyev.
Mit dem erworbenen Expertenwissen wurden im Internet zugängliche Luftbilder von etwa 150 Häusern aus dem Jahr 2006 gemeinsam ausgewertet und mit Ergebnissen von eigenen Begehungen der Alexander-, Lamberti-, Reben- und Efeustraße verglichen und visualisiert.
Für den Wettbewerbsbericht konnte Fabian Pusch neben wesentlichen Daten, wie den mit GPS ermittelten Koordinaten, festhalten, dass nicht alle vorhandenen Solaranlagen vom Erdboden aus sichtbar sind.
Silas El-Kaakour analysierte in einem Kreisdiagramm, dass solarthermische Anlagen zur Warmwassererzeugung im Viertel zurzeit etwa sechsmal häufiger sind als Anlagen zur Stromerzeugung. Finn Heinsohn zeigte mit einem Netzdiagramm deutlich auf, dass acht von neun Anlagen im Jahr 2010 nach Süden ausgerichtet sind.
Prognose für 2020
Unter der Annahme einer linearen Fortentwicklung wie von 2006 bis 2010 kam Lasse Strenge in der gemeinsamen Gesamtbeurteilung zum Schluss, dass 2020 schon etwa jedes siebte Haus die Sonne als Energiequelle nutzen wird. „Aktuell ist dies nur bei jedem 20. der Fall“, so Sturm.
Mögliche Einschränkungen dieser Aussage ergeben sich durch Denkmalschutzauflagen, von denen Anwohner der Gruppe berichteten, durch die Tatsache, dass nur etwa 35 Prozent der Häuser geeignete Dachflächen in Südrichtung besitzen und durch zukünftig erniedrigte staatliche Förderungszuschüsse beim Betrieb von Solaranlagen.
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