Kossendey diskutiert Afghanistan-Einsatz
Politik Kolleg und Abendgymnasium
Stellte sich auch kritischen Fragen: Thomas Kossendey mit Schülern an Oldenburg-Kolleg und Abendgymnasium. BILD: Röhr 
Oldenburg - Kritisch geäußert hat sich Verteidigungs-Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) gegenüber dem geplanten Einsatz von Panzerhaubitzen in Afghanistan. Kossendey sagte am Montagabend im Gespräch mit Schülerinnen und Schülern – darunter auch Soldaten – von Politik-Leistungskursen an Oldenburg-Kolleg und Abendgymnasium: „Das sind kleine Trupps, mit denen man es dort zu tun hat, was soll ich mit dem Panzer dagegen machen? Das ist ein Riesenartilleriegeschoss und macht die Schäden unter der Zivilbevölkerung nur größer, als sie bedauerlicherweise jetzt schon sind.“
Kossendey verteidigte aber den bisherigen Einsatz. Er sagte: „Was wäre denn die Alternative – nichts tun? Wir dürfen uns nicht dem Diktat der Terroristen unterwerfen.“ Im Zeitalter der Globalisierung müssten „die Risiken da bekämpft werden, wo sie entstehen“, wenn man verhindern wolle, „dass Terror aus Afghanistan in die Welt getragen wird“.
Kossendey rief gleichzeitig dazu auf, das Land, seine Bewohner und die aktuelle Situation differenziert zu betrachten. Oldenburger sollten bei Gelegenheit den Kontakt zu Afghanen suchen, „um zu erfahren, wie es in ihrer Heimat jetzt aussieht“. Viele der emigrierten Afghanen seien inzwischen auch freiwillig zurückgekehrt. Es gebe inzwischen zahlreiche Fortschritte und viele Regionen, die nicht bedroht seien. Eine Demokratie nach westlichem Vorbild sei nicht realistisch, aber Afghanistan könne ein „friedliches Land“ werden. Dies bleibe das oberste Ziel. Hier müssten der starken jungen Bevölkerung – 53 Prozent der Afghanen sind unter 15 Jahre alt – aber berufliche Perspektiven geboten werden, damit sie nicht in die Fänge fanatischer Verführer gerieten.
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