Mutter sein ist kein Kinderspiel

Frauen im Beruf Noch fehlt es an Betreuungsplätzen für die Kleinen in Oldenburg


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Auf dem Schreibtisch nur mal für das Foto: Susanne Helms vom EWE TEL-Kundenservice weiß ihre kleinen Töchter Christina (2,5) und Sophia (neun Monate) in der „Biberburg“ des Unternehmens gut aufgehoben. BILD: Thorsten Helmerichs  Bild vergrößern

Nicht alle befürworten eine Mütterquote. Viele meinen, es gebe andere Möglichkeiten.

von Sabine Schicke und Stephanie Bremer

Oldenburg - Oldenburg als Stadt wächst zwar, aber es werden dennoch weniger Babys in den Wiegen geschaukelt. Das beweist die Geburtsstatistik aus dem Standesamt. Da halfen also weder Elterngeld noch zusätzliche Krippenplätze. Braucht man also auch in dieser Stadt eine Mütterquote, wie es lautstark der CSU-Abgeordnete Johannes Singhammer fordert?

Grundsätzlich skeptisch zu Quoten eingestellt ist Juristin Dr. Esther Niewerth-Bau­mann. Die CDU-Ratsfrau meint: „Wir sollten andere Wege gehen – und tun das ja auch in Oldenburg, wenn Sie etwa an die Auszeichnung von familienfreundlichen Unternehmen mit dem Olly denken.“ Quoten, so glaubt sie, lösen bei jenen, die sie erfüllen sollen, eher Ablehnung aus. „Wir sollten ein gesamtgesellschaftliches Umdenken noch stärker fördern.“ Esther Niewerth-Baumann (41) hat drei Kinder im Alter von 21,14 und 13 Jahren und arbeitet als Rechtsanwältin. In ihrer Kanzlei gibt es auch Kolleginnen in Teilzeit.

Viele Frauen, die mit reduzierter Stundenzahl arbeiten, engagieren eine Tagesmutter. „Gerade in den letzten Jahren ist trotz sinkender Geburtenrate die Nachfrage gestiegen“, berichtet Dörte Lang. Die Erzieherin und Tagesmutter sieht vor allem die oft unflexiblen Arbeitszeiten als Grund für die erhöhte Anfrage. „Viele Familien nutzen hier den Vorteil einer Tagesmutter: die flexible Betreuungszeit.“ Einen weiteren Trend sieht Dörte Lang darin, dass viele Mütter sogar lange Fahrtwege für ihren Beruf in Kauf nehmen. „Ich betreue derzeit auch Kinder, deren Eltern in Varel oder Wardenburg wohnen, aber in Oldenburg arbeiten.“ Zudem hält es die Mütter nach der Geburt oft nicht lang zu Hause. Während vor einem Jahr noch hauptsächlich Kinder im Alter von zwei Jahren von der Tagesmutter aus Ofenerdiek betreut wurden, sind die Kleinkinder heute oftmals sogar ein Jahr und jünger.

Brigitte Hoffmann, Bereichsleitung Personal im Ev. Krankenhaus, ist überzeugt, dass Krippenplätze nahe am Arbeitsplatz ebenso wie Teilzeitarbeit eine entscheidende Rolle für Frauen spielen. Von den etwa 1000 Beschäftigten in der Klinik arbeiten 40 Prozent in Teilzeit. 76 Prozent der Mitarbeiter des Evangelischen Krankenhauses sind Frauen.

Für Brigitte Hoffmann steht fest, dass sich prinzipiell in Zeiten des demografischen Wandels noch viel verändern wird. Dazu gehört auch, dass Frauen, die Teilzeit beantragen und Kinder erziehen, nicht automatisch an Ansehen verlieren und für Führungspositionen nicht mehr in Frage kommen.

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26.05.2010
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