OLDENBURG, 29. Mai 2010


Neues Gespräch zu altem Streit

Jade-Weser-Port Beim Alexanderstraßen-Übergang geht’s um Varianten-Prüfung


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Schranke dicht: Der Bahnübergang Alexanderstraße bleibt ein neuralgischer Punkt (auch der Debatte). BILD:Philipp Herrnberger  Bild vergrößern

Der Minister-Brief wird unterschiedlich interpretiert. Die Lage des Stadtsüdens bereitet Sorge.

von Michael Exner

Oldenburg - Die Äußerungen von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer zu den Folgen des Jade-Weser-Ports für die Stadt haben hier zwiespältige Reaktionen ausgelöst. Vor allem der Bahnübergang Alexanderstraße und der Lärmschutz für den Stadtsüden bleiben umstritten.

Ramsauer hatte in einem Brief an den CDU-Bundestagsabgeordneten Thomas Kossendey (die NWZ  berichtete) eine Bahn-Umgehung quasi ausgeschlossen, den Lärmschutz auf die Strecke bis zum Hauptbahnhof begrenzt und beim Übergang Alexanderstraße dezent gewarnt. Wenn die Stadt auf ihrer Variante (Anhebung der Gleise) beharre, werde das zwangsläufig die gesamte Elektrifizierung einschließlich Schallschutz auf den Zeitpunkt nach der Höherlegung verschieben.

Des Ministers Feststellung, dass die Ausbaustrecke rechtlich in der Mitte des Oldenburger Hauptbahnhofes ende, hat die SPD-Vorsitzende Gesine Multhaupt auf den Plan gerufen. „Die Anwohner in Os­ternburg und der Stadtmitte haben ebenfalls einen Anspruch auf Lärmschutz“, sagte sie, „der Abschnitt vom Hauptbahnhof bis Hude muss geordnet und finanziert werden.“ Diese Forderung müsse in die aktuelle Diskussion aufgenommen werden.

Verkehrsamtsleiter Bernd Müller sah einen positiven Ansatz. „Bislang stritten wir bei der Alexanderstraße um das Ob, darum haben wir ja den Antrag auf Aufhebung gestellt“, sagte er. Nun habe der Minister den Übergang zu einer Maßnahme des Ausbaus erklärt: „Das ist ein wichtiger Schritt nach vorn“. Zur Frage der Varianten werde es am 9. Juni in Hannover ein Gespräch mit allen Beteiligten geben. Er sei zuversichtlich, den Minister überzeugen zu können, „dass unsere Variante die bessere ist“. Die Situation für den Stadtsüden (nur Lärmsanierung) sei unbefriedigend, aber nicht zu ändern. Abhilfe schaffe da erst die neue Huntebrücke

Der CDU-Vorsitzende Olaf Klaukien nannte Ramsauers Absage an eine Umgehung vor dem Hintergrund einer Güterabwägung (Menschen/Natur) nachvollziehbar, hätte es nur „gern etwas detaillierter“. Der CDU sei es darum gegangen, dass die Frage „vernünftig geprüft und begründet wird“. Über die Alexander­straße müsse man noch mal reden. Mit dem guten Willen aller sei das machbar.

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