Schüler erobern die Theaterbühnen
Darstellendes Spiel Landes-Theater-Treffen vom 31. Mai bis 4. Juni in IGS Flötenteich
Gemeinsam und stark: Die Oberstufen-Theatergruppe des Gymnasiums Eichenschule aus Scheeßel, die Shakespeares Sommernachtstraum aufführen wird, nutzte die Kurzvorstellung für einen Akt der Furchtlosigkeit. BILD: Torsten von Reeken 
von Karsten Röhr
Oldenburg - Eröffnet worden ist am Montagnachmittag das 16. Niedersächsische Schüler-Theater-Treffen 2010 im Forum der IGS Flötenteich. Von einer Jury wurden im Vorfeld bei zwölf Theatertreffen insgesamt 14 Theatergruppen aller Schulformen ausgewählt. Sie repräsentieren die Vielfalt und Qualität des Schultheaters in Niedersachsen. Eingebettet war die Eröffnung in ein buntes Programm aus Artistik, Theater und Musik der D-Band, für das die IGS mit der Zirkusschule Seifenblase aufs Schönste gesorgt hatte.
Das Theaterspiel „bildet Kommunikations- und Teamfähigkeit, kreatives selbstständiges Arbeiten und Sozialkompetenz aus“, schreibt Schirmherr und Kultusminister Bernd Atlhusmann in seinem Grußwort. Die gute Entwicklung, die das Schultheater in Niedersachsen nehme, sei „maßgeblich auf das unermüdliche Engagement des veranstaltenden ,Fachverbandes Schultheater – Darstellendes Spiel’ zurückzuführen“. Der Verband möchte das Fach „Darstellendes Spiel“ an allen Schulen in der Sekundarstufe I einführen. Pisa und G8 dürften gerade nicht dazu führen, dass der extrem wichtige Raum für Muße, Kunst und Theater immer enger werde, forderte die Vorsitzende Stefanie Westphal.
Besonders für junge Schauspieler sei das Theater „eine wunderbare Möglichkeit, eigene Fähigkeiten zu testen und eigene Grenzen auszuloten“, so Oberbürgermeister Gerd Schwandner. „In einer Rolle probiert man Dinge aus, die man im Alltag nicht wagt, und spielt mit Charakteren und sich selbst.“ All das unterstütze nicht nur die persönliche Entwicklung, sondern „macht auch sehr viel Spaß“.
Diese Freude am Spiel leuchtete am Montag auch in den ersten Kurzvorstellungen aller Gruppen auf, die in die erste öffentliche Aufführung mündeten: der „Totentanz“, ein Kooperationsprojekt mit dem Horst-Janssen-Museum, dem Verein Jugendkulturarbeit und der IGS Flötenteich. Neben vielen Workshops und Proben folgen in den nächsten Tagen weitere öffentliche Aufführungen im Forum der IGS.
Schulleiter Hartmut Steinhauer, der auf die erfolgreiche Kooperation mit dem Verein für Jugendkulturarbeit hinwies, sagte: „Mich freut die Vielfalt der Schulformen, die hier gemeinsam spielen werden. Wir werden in dieser Woche viel Kreatives erleben, Freude am Spiel haben und sehen, wie sich die Talente präsentieren.“ Die Teilnehmer hätten die Chance, sich hier aufeinander einzulassen und für sich eine neue Welt zu entdecken, sagte Hans Walter vom Kultusministerium. Das Theater lebe dabei „von Fantasie, Kreativität und Improvisation, aber auch von Konzentration und Disziplin“.
Warum sie so gerne Theater spielt? Stella Wahlers (15) vom Gymnasium Eichenschule in Scheeßel sagt: „Weil ich auf der Bühne ein komplett anderer Mensch sein kann, weil ich sehe, dass ich etwas geschafft habe, wenn geklatscht wird, und weil ich und vielleicht auch andere dann ein bisschen stolz auf mich sind.“
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