Strom-Detektive bei der Arbeit
Energiesparen Kindergarten „Postkrümel“ nimmt an bundesweitem Projekt teil
von Katja Lüers
Osternburg - Das Projekt „Leuchtpol“ richtet sich bundesweit an alle Kindergärten. Einer, der schon mitmacht, ist der „Postkrümel“ am Festungsgraben.
Im „Postkrümel“ laufen die Geräte auf Hochtouren: Die Kaffeemaschine gluckert, das Radio dudelt, der Wasserkocher sprudelt und die Geschirrspülmaschine brummt; sämtliche Lampen sind eingeschaltet – von Energiesparen keine Rede. Völlig gebannt beobachten Leonie, Merle, Frederick, Nastasia und ein paar weitere Kinder den Stromzähler. Unglaublich schnell dreht sich das Rädchen. Dann heißt es: Alle Geräte ausschalten. Das Rädchen verlangsamt sein Tempo – zum Erstaunen der Kinder. Und als ihnen die Erzieherin Janina Hagena dann noch erklärt, dass der Strom bezahlt werden muss – und Staubsaugen Geld kostet, sind sich die Kinder einig: Strom sparen ist sinnvoll.
Die Energie-Detektive nehmen ihre Arbeit auf: Jedes Zimmer wird geprüft: Muss das Licht im Flur eingeschaltet sein? Wie sieht es mit der Beleuchtung in der Toilette aus? „Zunächst ging es mir darum, dass die Kinder überhaupt ein Bewusstsein für das Thema Energie entwickeln“, erklärt Janina Hagena. Die 26-Jährige hatte im Vorfeld im Umweltbildungszentrum Hollen (Landkreis Oldenburg) eine Fortbildung für Erzieher besucht: Rund 80 Kindergärten aus der Region haben sich beteiligt. „Wir wollen bis Ende 2012 rund zehn Prozent aller Kindergärten in Deutschland erreichen – das sind 4000 Einrichtungen“, erklärt Andrea Wernecke, Leiterin des Leuchtpol-Regionalbüros Niedersachsen/Bremen. Den Kindern soll ein sparsamer Umgang mit natürlichen Ressourcen sowie die Bedeutung von Energie und Umwelt für verschiedene Lebenszusammenhänge vermittelt werden.
Spielen, entdecken, lernen, gestalten und erleben heißen die Schlagwörter: Jeder teilnehmende Kindergarten erhält eine Box – eine Schatztruhe für Kinder: Da gibt es neben „Was-ist-was“-Büchern, Taschenlampen und Elektrobaukästen auch Miniatur-Autos, die mit Solarzellen ausgestattet sind und bei Sonne über den Platz flitzen. Aus Kabeln und Lämpchen bauen die Kinder einen Stromkreislauf. Beim Kokeln mit einem Brennglas entfachen sie im Beisein der Erzieherin ein kleines Feuer. Vor Schreck löschen sie es schnell, wollen es aber gleich wieder entfachen und müssen feststellen: Nasses Papier brennt nicht.
Die nächste Fortbildung startet im Umweltbildungszentrum Hollen im September. Anmeldungen im Regionalbüro: Tel. 0511/260 908 70 und im Internet unter
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