OLDENBURG, 27. Juli 2010


Oldenburg: Busfahrer soll Hilfe verweigert haben

Ermittlungen 92-Jährige verletzt


von Rainer Dehmer

Oldenburg - Schlimmer Vorwurf gegen einen Busfahrer der VWG: Der Mann soll einer gehbehinderten 92-Jährigen, die sich beim Einsteigen verletzt hatte, nicht geholfen haben. Die Polizei ermittelt wegen des Verdachts der unterlassenen Hilfeleistung und der fahrlässigen Körperverletzung. Grundlage dafür sind zwei Zeugenaussagen.

Der Vorfall spielte sich am Mittwochmittag voriger Woche an der Bushaltestelle am Posthalterweg in Wechloy ab. Die 92-Jährige, die einen Rollator als Gehhilfe nutzt, wartete mit ihrem Mann (96) auf den Bus der Linie 310. Als dieser eintraf, sei es wegen der Halteposition des Busses nicht möglich gewesen, hinten einzusteigen. Die Bitte des Ehepaars, mit dem Fahrzeug ein Stück nach vorn zu fahren, habe der Fahrer ablehnt.

Deshalb musste die 92-Jährige vorn einsteigen. Dabei passierte das Unglück. Die Rentnerin rutschte an der Stufe ab und verletzte sich am Schienbein. Die Wunde blutete stark. Laut Zeugenaussage habe sich der Busfahrer nicht um die Verletzte gekümmert.

Hilfe leisteten zwei weibliche Fahrgäste. Sie hätten den Busfahrer nach einem Verbandskasten gefragt. Der Mann soll daraufhin erklärt haben, dass er keinen habe. Die 92-Jährige wurde schließlich mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus gebracht. Dort muss sie aufgrund der schweren Verletzung auch noch einige Tage bleiben.

VWG-Marketing-Chef Morell Predoehl weist die Kritik am Fahrer zurück. Der Einstieg für die Fahrgäste sei grundsätzlich vorn. Und Verbandskästen seien an Bord gewesen. Tatsächlich habe der Fahrer der 92-Jährigen nicht unmittelbar geholfen. Denn zwei Fahrgäste hätten sich um die Frau gekümmert. Über die Leitstelle habe der Fahrer aber sofort einen Krankenwagen angefordert.

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