Hauskauf bringt Familie aus Gemeinde Wiefelstede in Nöte

Kreditgeschäft Finanzierungszusage erweist sich als falsch – Anwalt vermutet Betrug


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Trotz schriftlicher Zusage wurde die Finanzierungssumme nicht gezahlt. Denn die Antragsunterlagen waren nicht weitergegeben worden.

von R. Dehmer  U. C Stölting

Oldenburg - Bei Tobias (36) und Dominique (31) Schmedt liegen die Nerven momentan blank. Die Umzugskartons in ihrem gemieteten Haus in Mollberg (Gemeinde Wiefelstede) sind gepackt, aber mit dem geplanten Umzug ins eigene Haus wird es zunächst wohl nichts. Der Grund: Obwohl ihnen in einem Schreiben mit dem Briefkopf des Oldenburger Beratungscenters von BHW/Postbank schriftlich bestätigt worden war, dass die Finanzierung ihres Wunschhauses in Tossens (Kreis Wesermarsch) gesichert sei, wurde bisher nichts ausgezahlt.

Möglicherweise sind die Schmedts auf dubiose Geschäftspraktiken eines Finanzierungsvermittlers hereingefallen. Gegenüber der NWZ  kündigte der Oldenburger Anwalt der Familie, Axel Husheer, an, Strafanzeige wegen Betrugs gegen den Vermittler stellen zu wollen. Zugleich forderte er schriftlich Schadensersatz von der Postbank für seine Mandanten.

Käufer und Verkäufer hatten im Sommer nach Erhalt der Finanzierungszusagen, in denen allerdings keine konkrete Summe genannt wurde, das Immobiliengeschäft beim Notar perfekt gemacht. Aber das Geld wurde danach nicht zum vereinbarten Zeitpunkt überwiesen. „Da wurden wir erstmals misstrauisch“, gesteht Tobias Schmedt. In Telefonaten wurde der Familie mehrfach versichert, es gebe keine Probleme. Aus allen Wolken fielen die Schmedts aber, als sie vor Ort im Beratungscenter am Bahnhofplatz in Oldenburg erfuhren, dass bei der Postbank gar keine Unterlagen von der zugesicherten Kaufpreisfinanzierung existierten. Und der vermeintliche Postbank-Mitarbeiter, der die Zusage gegeben hatte, war dort nicht mehr zu erreichen.

„Er hat sich krank gemeldet“, berichtet Postbank-Sprecher Rüdiger Grimmert. Der Betreffende sei allerdings nicht bei der Postbank oder beim BHW angestellt, sondern als freier Finanzierungsvermittler tätig. Warum er das Briefpapier der Postbank nutzen und sich als Verkaufsleiter ausgeben konnte, sei unklar. Grimmert befürchtet eine Rechtsauseinandersetzung.

Nach Informationen der NWZ  soll es Ermittlungen der Polizei gegen den Vermittler gegeben haben. Die Vorwürfe: Verdacht des Betruges und der Urkundenfälschung.

Nun sitzen Schmedts in ihrem gekündigten Mietobjekt; Tochter Tamika (2) ist ab 4. August in Tossens im Kindergarten angemeldet. Die Mutter und der 94-jährige, pflegebedürftige Großvater von Tobias Schmedt haben ihr Mietverhältnis im Weserbergland ebenfalls zum 1. September gekündigt, weil sie mit ins neue Haus einziehen wollten.

Und die Verkäufer des Hauses in Tossens, die ebenfalls ein anderes Haus kaufen wollten, können dieses nicht bezahlen, weil sie das Geld der Schmedts nicht erhalten haben. Ihre Habe haben sie längst ausgelagert; sie schlafen auf Luftmatratzen in dem Haus, dass sie verkauft haben.

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Die Postbank hat nach Auskunft von Sprecher Grimmert erst durch den Anwalt der Schmedts Unterlagen für die Finanzierung erhalten: „Wir werden alles tun, um den Fall aufzuklären, und wir schauen, wie wir zu einer kulanten Lösung für die Eheleute Schmedt kommen können.“




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29.07.2010
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