OLDENBURG, 7. September 2010


Stadt punktet mit hoher Toleranz

Rangliste 111 Städte auf Attraktivität für Kreative getestet – Oldenburg auf Platz 22


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Christopher Street Day: Einen Umzug BILD: Archiv  Bild vergrößern

In Niedersachsen rangiert die Stadt ganz vorn. Eine Mülheimer Agentur wertete den Test aus.

von Sabine Schicke

Oldenburg - Für die kreative Klasse ist Oldenburg ein gutes Pflaster. Zu diesem Schluss kommt zumindest die Mülheimer Agentur agiplan, die bundesweit 111 kreisfreie Städte in den Themenfeldern Talente, Toleranz und Technologie untersucht hat und Oldenburg Platz 22 bescheinigt.

Damit liegt die Stadt deutlich vor Bremen (35.), Wilhelmshaven (95.) oder gar Bremerhaven (106.). In Niedersachsen rangiert Oldenburg sogar auf Platz eins.

„In Zukunft wird sich die Wettbewerbsfähigkeit von Städten und Kreisen daran scheiden, ob sie qualifizierte Fachkräfte an sich binden können. Hier hat Oldenburg gut abgeschnitten“, meint Projektleiterin Alexandra Landsberg von agiplan. Die Untersuchung basiert auf dem sogenannten TTT-Index (Talente, Technologie und Toleranz) des amerikanischen Wirtschaftswissenschaftlers Richard Florida und gilt als eine Art Wachstums- und Erfolgsformel für Standorte.

Zugrunde liegt hier auch die Überlegung, dass Kreative ihre Wohnorte nicht nur nach klassischen ökonomischen Gesichtspunkten wählen, sondern auch dorthin ziehen, wo es ihnen individuell am besten gefällt. Da zähle Urbanität, vielfältiges Kulturangebot, Aufgeschlossenheit der Bevölkerung, Architektur etc.

Die Untersuchung hat gezeigt, dass nicht nur die großen Städte wie München, Köln, Berlin und Stuttgart unter den ersten Zehn zu finden sind, sondern auch kleinere. Als besonders kreative Städte gelten demnach Ulm, Weimar und Bonn.

Oldenburg hat vor allem als tolerante Stadt mit gesellschaftlicher Offenheit gepunktet. In der Bewertung dieser Kategorie bringt es die Stadt unter die ersten 20, nicht zuletzt aufgrund ihrer hohen Akzeptanz von Homosexuellen (Gay-Index).

Aus Sicht von Stadtsprecher Andreas van Hooven ist das Ergebnis einerseits eine Bestätigung für die Strategie der vergangenen Jahre, Wissenschaft, Kultur und kreative Berufe in Oldenburg intensiv zu fördern. „Auf der anderen Seite ist eine Beurteilung wie die der agiplan eine Momentaufnahme im interkommunalen Wettbewerb“, sagte er. Man dürfe nicht daran denken, auf diesem Weg die Bremse zu treten. Die just gestartete Kampagne der OTM zur Übermorgenstadt sei dabei eine wichtige Initiative.

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