OLDENBURG, 8. Oktober 2010


Tosca singt in der Wahlheimat

Premiere Staatstheater zeigt Puccinis große Oper auf dem Fliegerhorst


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Dramatik: Irina Wischnizkaja hat die Titelrolle in der Opernpremiere „Tosca“ von Giacomo Puccini. Die Inszenierung ist ab Sonnabend auf dem Fliegerhorst zu sehen. BILD: Andreas J. Etter  Bild vergrößern

Es ist die erste Oper in der Wahlheimat auf dem Fliegerhorst in Halle 10. Regisseur Gustav Rueb hat sein Konzept auf die Industriehalle zugeschnitten.

von Simone Wiegand

Oldenburg - Die Ersatzspielstätte des Staatstheaters wird nun auch zur Wahlheimat für „Tosca“. Am Sonnabend feiert das Musikdrama von Giacomo Puccini (1858-1924) Premiere in Halle 10 auf dem Fliegerhorst. Die berührend rohe Atmosphäre der umgebauten Werkshalle prägt die Inszenierung von Regisseur Gustav Rueb gewaltig.

„Die Härte, mit der Scarpia über Rom herrscht, aber auch die emotionalen Ausbrüche von Tosca und ihrem Geliebten Cavaradossi erreichen in dieser Halle einen viel größeren Realismus“, sagt ­Rueb. Beginnen lässt er die Oper in einer historischen Welt. Dort führen die Sängerin Floria Tosca (Irina Wischnizkaja/Kerrie Sheppard) und der Maler Mario Cavaradossi (Alexej Kosarev/Daniel Ohlmann) wie naive Kinder ein sorgenfreies Leben. „Wir erleben die italienische Oper aufs Schönste mit wunderbaren Theaterfiguren und leidenschaftlicher Musik“, sagt Rueb.

Bis Scarpia (Nico Wouterse/Peter Felix Bauer), der nach dem Zusammenbruch der Republik in Rom um 1800 herrscht, alles Schöne mit Zynismus, Gewalt und Macht überzieht. „Die Welt von Scarpia ist eine heutige“, interpretiert der Regisseur.

Der Weg endet im dritten Akt auf einer riesigen, leeren Bühne, auf der Tosca und Cavaradossi völlig verloren sind.

„Tosca“ gehe an die Grenzen des auf der Bühne Machbaren, schreibt das Theater über die Oper. Große Gefühle gehen Hand in Hand mit Folter, Mord und politischer Willkür. Dazu Puccinis extrem dichte Musik voller Leidenschaft einerseits und Zerrissenheit andererseits. Kunst, Sex, Politik, Krimi – das alles gibt es in „Spielfilmlänge“, sagt Rueb: „Die Oper ist mit zwei Stunden knackig kurz.“

Das Aufgebot an Sängern und Sängerinnen ist passend zur Inszenierung groß. Zu den mitwirkenden Solisten gehören außer den genannten Andrey Valiguras, Henry Kiichli, Michael Pegher, Leonard Katarzynski/Philip Zehnoff sowie Andreas Lütje/Michael Jörg van Hagen. Chor, Extrachor, Kinderchor und Kindersolisten des Staatstheaters wirken mit sowie das Staatsorchester unter der Leitung von Thomas Dorsch.

Gesungen wird in Italienisch. Deutsche Übertitel werden eingeblendet.

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