Pekol-Halle wird erneut zum Problemfall
Investor hält sich an Vereinbarung – Aber: Verein will Mietvertrag nicht unterzeichnen
Animation: So stellen sich die Planer die Fassaden des Museums (links) und der Märkte daneben im hinteren Teil der Fläche vor. BILD: 9° Architecture 
von Klaus Fricke
Oldenburg - Als im vergangenen Mai alle Verträge unterzeichnet waren, schien ein kommunalpolitisches Dauerthema ein gutes Ende gefunden zu haben: Das ehemalige Betriebsgelände der Pekol Verkehrsbetriebe an der Alexanderstraße wird von der Firma Aktiv & Irma zum Einzelhandelszentrum ausgebaut, und gleichzeitig bleibt die bekannte Fahrzeugsammlung in den hinteren Werkshallen erhalten.
Die damals getroffenen Vereinbarungen zwischen Investor und Verein für Verkehrsgeschichte haben bis heute zwar Gültigkeit, dennoch ist zurzeit gar nichts mehr sicher. Denn Vereinsvorsitzender Hans-Joachim Luckau hat den Mietvertrag für die Halle bis zum Ende der Frist am Donnerstagabend nicht unterzeichnet. „Dieser Vertrag stellt uns vor vollendete Tatsachen. Die Fläche für die Fahrzeuge ist zu klein“, sagte Luckau auf Fragen der NWZ. Er möchte einen Kompromiss erreichen mit Aktiv & Irma, denen er „drastische Methoden“ vorwirft. Die unterzeichnete Vereinbarung sieht er als nicht bindend an.
Lars und Marco Frerichs, Geschäftsführer der Oldenburger Supermarktkette, wehren sich gegen diese Vorwürfe und belegen dies auch. Sie wollen die Vereinbarung (die der NWZ vorliegt und von Unternehmen wie Verein unterschrieben wurde) genau erfüllen: Danach sollen 4000 Quadratmeter der alten Hallen für die Bussammlung erhalten und mit neuer Fassade versehen werden. Die Kosten in Höhe von mehreren 100.000 Euro trägt die Firma, die Monatsmiete soll dennoch gering ausfallen. „Uns ist daran gelegen, die Sammlung in das neue Zentrum zu integrieren“, sagte Lars Frerichs. Man habe „enthusiastisch“ an dem Projekt gearbeitet, um die Fahrzeuge „inhaltlich als auch architektonisch in den Mittelpunkt zu stellen“.
Luckaus Weigerung, den Mietvertrag zu unterschreiben, stellt die Investoren nun vor große terminliche Probleme: Im Mai sollte der Abbruch beendet sein, danach sollte der Neubau folgen und im Frühjahr 2012 die Eröffnung des Versorgungszentrums. Offen ist, wie lange sich der Streit noch hinzieht, derzeit haben die Anwälte das Wort.
„Wir wollen weiter das Busmuseum integrieren“, sagt Lars Frerichs, „aber bei derart destruktiven und zermürbenden Angriffen durch den Verein ist die Enttäuschung groß. Wir sehen die emotionale Grundlage für ein gemeinsames Projekt schwer gefährdet. Mir kommt es vor, als würden wir plötzlich in der Rolle der Verteidiger des Fahrzeugmuseums stehen.“
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