Demos, Quoten und Abgeordnete
Frauentag 18 Ratsfrauen diskutieren im Stadtrat – Demonstration am 8. März
Frauentag vor 20 Jahren: In einem großen Demonstrationszug zogen Frauen mit ihren Transparenten 1991 durch die Oldenburger Innenstadt. Auch dieses Jahr soll’s eine Demonstration geben. BILD: NWZ-Archiv/Gert-Ulrich Rump 
von Sabine Schicke
Oldenburg - Seit Tagen erinnert ein Banner beim Lappan daran, dass am Dienstag, 8. März, ein Jubiläum gefeiert wird: 100 Jahre Frauentag.
Auch in der Innenstadt soll es wieder einen bunten Demonstrationszug geben, in dem Frauen- und Mädchengruppen sich für weitere Fortschritte auf dem Weg der Gleichberechtigung einsetzen. Treffpunkt 16.30 Uhr auf dem Rathausmarkt.
Vor 20 Jahren versammelten sich Frauen zu einer großen Demo um den Stadtkern. Seither hat sich einiges getan, weiter diskutiert wird über Pro und Contra von Quoten, vor allem in der Wirtschaft. In der Politik sind sie teilweise eingezogen.
Im Rat der Stadt Oldenburg stimmen 50 Mitglieder über die wichtigen Themen ab, davon sind derzeit 18 weiblich, was einer Quote von 36 Prozent entspricht.
Die SPD hat von ihren 16 Sitzen paritätisch acht mit Frauen besetzt (50 Prozent). Ein Drittel der Mandate bei den zwölf Grünen geht an vier Frauen. CDU und Linke schicken jeweils drei Frauen in den Rat, haben aber natürlich aufgrund der unterschiedlichen Fraktionsstärke auch ganz unterschiedliche Quoten: Bei der CDU mit zwölf Mandaten sind es 25 Prozent, und bei den Linken mit vier Sitzen sind es 75 Prozent.
Die Bürger für Oldenburg haben ebenso wenig eine Frau im Rat wie die FDP, die allerdings derzeit mit Christiane Ratjen-Damerau als einzige eine Bundespolitikerin in ihren Reihen hat. Sie ist damit die einzige Frau Oldenburgs, die im Parlament abstimmen darf. In Hannover ist derzeit keine Oldenburgerin im Leineschloss vertreten.
Das sah schon anders aus: Mit Thea Dückert (Grüne) und Gesine Multhaupt (SPD) saßen in den vorherigen zwei Legislaturperioden zwei Oldenburger Frauen im Bundestag, im Landtag gab es u.a. von 2003 bis 2008 ebenfalls mit Heike Bockmann (SPD) und Daniela Pfeiffer (CDU) zwei Oldenburgerinnen.
Fazit: Zumindest an der Basis hat sich einiges getan, seit die ersten Frauen überhaupt von Mai 1919 bis September 1922 in den Stadtrat einzogen: Das waren damals Abteilungsleiterin Agnes Fricke, Johanne Hacker, Frieda Lübben, Anna Meyer, Oberlehrerin Berta Ramsauer, Willa Thorade und Anna Wagner.
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